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Wo Wald und Historie Geschichten schreibenFasziniert von der fantastischen Route

Es waren wieder gut 1000 Wanderfreunde aus dem ganzen Saarland, die am Samstag an der vierten SZ-Leserwanderung in der Gemeinde Losheim am See teilnahmen. Die Wanderung führte diesmal über den knapp elf Kilometer langen Steinhauerweg rund um den Losheimer Ortsteil Britten, einen von gut einem Dutzend Premium-Wanderwegen in der Seegemeinde Von SZ-Redakteur Christian BeckingerVon SZ-Mitarbeiterin Ruth Solander

Es waren wieder gut 1000 Wanderfreunde aus dem ganzen Saarland, die am Samstag an der vierten SZ-Leserwanderung in der Gemeinde Losheim am See teilnahmen. Die Wanderung führte diesmal über den knapp elf Kilometer langen Steinhauerweg rund um den Losheimer Ortsteil Britten, einen von gut einem Dutzend Premium-Wanderwegen in der Seegemeinde. Die Route dieser vierten SZ-Leserwanderung bot einen überaus reizvollen Mix: historische Wegekreuze, verlassene Steinbrüche, ein wildromantisches Bachtal, idyllische Aussichten, viele Waldlandschaften - dies alles konnten die Wanderer auf den knapp elf Kilometern Wegstrecke erleben. Und weil pünktlich zum Start der Leserwanderung auch der Wettergott sich eines Besseren besonnen hatte und eine insgesamt verregnete Woche mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ausklingen ließ, strömten die Wanderfreunde in Scharen aus dem ganzen Saarland in den Hochwald. "Wir freuen uns, wieder Gastgeber der SZ-Leserwanderung zu sein", betonte der Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See, Lothar Christ, bei der Eröffnung der Leserwanderung auf dem lauschigen Waldfestplatz in Britten. Das Premiumwandern spiele eine zentrale Rolle bei den touristischen Aktivitäten der Gemeinde. Die Vorreiterrolle, die Losheim am See auf diesem Gebiet seit Jahren einnehme, trage mittlerweile spürbar Früchte: So entstehe am Losheimer Stausee ein Hotel speziell für Wanderer, das im kommenden Jahr fertig gestellt sein soll. Auch Achim Laub vom Eigenbetrieb Touristik der Gemeinde, der die Leserwanderung organisatorisch vorbereitet hatte, wies auf die wirtschaftliche Bedeutung des Wandertourismus für Losheim hin: "Wir konnten im vergangenen Jahr - entgegen dem Landestrend - die Übernachtungszahlen bei uns in der Gemeinde steigern." Das habe auch mit dazu beigetragen, dass der Landkreis Merzig-Wadern insgesamt im Jahr 2008 eine positive touristische Entwicklung zu verzeichnen hatte - auch dies wieder gegen den Landestrend. Der Stellenwert der Wanderns werde noch zunehmen, zeigte sich Laub überzeugt: "In ein paar Jahren wird das Wandern das touristische Top-Thema in Deutschland sein." Am Samstag jedenfalls sorgte die SZ-Leserwanderung für viel Betrieb auf dem idyllischen Steinhauerweg, der gerade für regionalhistorisch Interessierte einige besondere Reize bot: Am Weg liegen mehrere historische Wegekreuze, die in früheren Jahrhunderten von den Britter Steinhauern geschaffen wurden. Britten verfügte über zahlreiche Steinbrüche und war das Steinhauerdorf des Hochwaldraums. Der Weg passiert zwei dieser ehemaligen Steinbrüche. Gleichzeitig führt der Weg über die frühere Grenze zwischen dem Saarland und Deutschland, die durch mehrere historische Grenzsteine dokumentiert ist. Der Weg streift auch den "Ruheforst" in Britten, wo Bestattungen in freier Natur stattfinden. Bemerkenswert: Viele Wanderfreunde hatten zur Leserwanderung am Samstag auch ihre vierbeinigen Freunde mitgebracht, die ebenfalls sichtlichen Spaß an der abwechslungsreichen Strecke durch die Wälder rund um Britten hatten, wobei die Wanderer zwischendrin auch die Gemeindegrenze von Losheim überschritten und ein Stück weit über Gebiet der Nachbargemeinde Mettlach marschierten. An einer Verpflegungsstation auf halber Strecke hielten Helfer des Losheimer Tourismus-Büros kostenlose Erfrischungsgetränke und Obst zur Stärkung der Wanderer parat. Hier gab es die einzige kleine Panne auf der ansonsten rundum gut organisierten Veranstaltungen: Weil an einer Weggabelung ein Hinweisschild zwischendurch abgerissen worden war, kamen einige Wanderer vom richtigen Weg ab und mussten sich erst wieder neu orientieren. Am Ende schafften es aber doch alle Teilnehmer, zum Start- und Zielpunkt auf dem Waldfestplatz zurückzufinden, wo die Britter Ortsvereine bereit standen, sich um das leibliche Wohl der Wanderer zu kümmern. Das üppige Essens- und Getränkeangebot wurde nur zu gerne angenommen, an dem Grillstand sowie dem umfangreichen Kuchenbüfett bildeten sich lange Schlange. Ganze 80 Kuchen hatte die Vereinsgemeinschaft nach Auskunft des Britter Ortsvorstehers Günter Ludwig aufgeboten, mit denen die Wanderer sich selbst belohnen konnten - allzu viel davon blieb nicht übrig. Als besonderes Bonbon und gelungenen Schlusspunkt dieser SZ-Leserwanderung gab dann auch noch die "Stimme des Saarlandes", Entertainer Schorsch Seitz, ein Stelldichein auf dem Waldfestplatz. Er brachte mit seinen "typisch-saarländischen" Stimmungsliedern (und einigen wirklich gelungenen "Pälzer-Witzen") die Wanderfreunde noch einmal in Schwung, ließ sie schunkeln, klatschen, ja sogar Sirtaki tanzen - stimmungsvoller kann eine SZ-Leserwanderung eigentlich nicht zu Ende gehen. Eine Wandergruppe mit ein paar Frauen aus dem Mandelbachtal machen die SZ-Wanderung - wenn es zeitlich klappt - immer mit. Marga Kihl findet die organisierte Tour prima. "Man braucht nicht aufzupassen, dass man sich verläuft. Alles ist bestens geregelt. Diesmal hat man sogar gutes Wetter organisiert", sagt sie. Die Frauen treffen sich regelmäßig samstags und gehen immer etwa zehn Kilometer. Irmtraud Haffner aus Merzig ist zum ersten Mal dabei. Sie kennt die Premiumwege und ist schon den Wolfsweg in Merzig und den Bietzerberger gegangen. "Oft gehe ich alleine durch den Wald, genieße die Natur und kann meine Gedanken schweifen lassen. Aber auch die organisierten Wanderungen sind gut. Da ist Verpflegung dabei, und es gibt Informationen." Claudia Adam aus Großbliederstroff ist mit fünf Frauen unterwegs. "Wir sind ein fester Stamm von Wanderfrauen und rotten uns immer samstags zusammen. Meistens ist ein Mann dabei, der ist dann unser Lastenträger", erzählt sie schmunzelnd. Sie lobt die sehr gute Organisation. Route macht Lust auf mehr "Wir sind schon mehrere Male bei der SZ-Wanderung mitgegangen. Man braucht sich keine Gedanken über die Route zu machen. Bis jetzt hat man immer eine sehr schöne Auswahl an Wegen getroffen", sagt Claudia Adam. Der Kneipp-Verein Köllerbach ist gleich mit zehn Mitgliedern dabei. Christel Meyer ist von dem abwechslungsreichen Weg begeistert. "Das ist der erste Premiumweg, den wir gehen. Wir werden ihn mit Sicherheit noch einmal gehen. Vielleicht dann, wenn man die Heidelbeeren ernten kann, die wir heute gesehen haben. Das waren eine Menge Sträucher." Sepp Moeller aus Merzig ist begeisterter Wanderer und Radfahrer. Er findet die Premiumwege sehr schön. "Ich nehme das Angebot der SZ-Wanderungen gerne an. Der Steinhauerweg ist nicht weit weg von Merzig, und da lohnt es sich, mitzugehen", sagt er. Er sieht die Wanderung als Training für eine Pilgerwanderung, die er an Pfingsten mit ein paar Freunden macht. Da geht es sonntags nach einer Messe in der Basilika in Prüm in mehreren Etappen und zwei Übernachtungen nach Echternach in Luxemburg, wo am Dienstag nach Pfingsten die jährliche Springprozession stattfindet. Lasse und Nele aus Eiweiler sind mit ihren Großeltern aus Saarwellingen unterwegs. Sie sagen, sie sind zwar zum ersten Mal dabei, aber erprobte Wanderer. Der Opa traut ihnen jedenfalls die Strecke zu. "Landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich" beschreibt Renate Abel aus Sulzbach den Steinhauerweg. Die SZ-Wanderung macht sie meistens mit. "Alles ist gut ausgeschildert, und die Verpflegung ist in Ordnung. Man kann den Weg und die Organisation nur weiterempfehlen. Leider sind von unserer Gruppe einige nicht mitgegangen weil sie dachten, das Wetter sei zu schlecht", erzählt sie. Ali-Reza Matamedi und Ishac Badawi machen die SZ-Wanderung zum dritten Mal mit. Sie sind von dem Premiumweg in Britten begeistert. "Der Weg ist sehr ausgewogen, das heißt, es geht mal bergauf, mal bergab. Die Kilometerzahl ist auch in Ordnung. Alles ist gut gekennzeichnet.und die Anfahrt war gut organisiert." Sie finden die Umgebung und die Losheimer Premiumwege sehr interessant. Imbiss mit Musik Eine Wandergruppe aus Bexbach konnte sogar bei manchen Passagen einen Vergleich zum Rhein-Steig feststellen. Für sie ist diese Strecke eine der besten der SZ-Leserwanderungen. Roswitha Reisdorf, Theresia Loth und Hedwig Emmerich aus Bierfeld sind müde, als sie das Ziel erreicht haben. Die Wege waren für sie manchmal etwas steil. Bei sich zu Hause gehen sie immer breitere Wege, keine Pfade. Aber die Wanderung hat ihnen trotzdem gut gefallen. Auch das anschließende Programm mit Schorsch Seitz finden sie prima. Bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee sind da die Strapazen schnell vergessen. "Letztes Jahr steigerten wir die Zahl an Touristen." Achim Laub vom Eigenbetrieb Touristik "Ein Hotel für Wanderer soll nächstes Jahr fertig sein." Losheims Bürgermeister Lothar Christ




Auf einen BlickDie SZ-Leserwanderung in Britten wurde unterstützt vom Eigenbetrieb Touristik der Gemeinde Losheim am See und folgenden Britter Vereinen: DRK, Feuerwehr, Verkehrsverein, Obst- und Gartenbauverein, Katholische Frauengemeinschaft, Sportverein, Turnverein, dem Globus Losheim sowie Schorsch Seitz. red