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Landtag
Windräder dürfen weiterhin im Wald errichtet werden

Saarbrücken. Die Linke im Landtag ist mit einem erneuten Vorstoß, die Errichtung von Windrädern im Wald zu verbieten, gescheitert. Ihr Bau zerstöre die Waldböden, begründete Ralf Georgi (Linke) den Antrag.

Eingriffe in den Boden seien jedoch irreversibel. Der Wald, insbesondere historisch alte Waldstandorte, müssten als Ökosystem geschützt werden.


Die große Koalition hatte 2017 den Bau von Windrädern in historischem Wald (mindestens 200 Jahre alt) bereits eingeschränkt. In Ausnahmefällen – unter anderem an besonders windhöffigen Stellen – ist er aber weiter möglich. Georgi warf der Landesregierung vor, dabei vor allem die Pachteinnahmen im Blick zu haben. Die AfD unterstützte den Antrag. Lutz Hecker (AfD) sprach sich gar für das Ende des Windkraft-Ausbaus im ganzen Land aus: „Mit jedem weiteren Windrad wird unsere Stromversorgung weder zuverlässiger noch kostengünstiger oder umweltverträglicher.“

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) wies den Vorwurf, die Regierung verfolge wirtschaftliche Interessen, zurück: „Eine große Anzahl der beantragten Anlagen-Standorte wurde abgelehnt, aus Gründen des Arten- und Naturschutzes.“ Zudem gebe es im Saarland heute mit 93 000 Hektar deutlich mehr Wald als 1990 (88 000 Hektar). Magnus Jung (SPD) betonte, Windenergie sei notwendig, um dem Klimawandel zu begegnen. „Wir haben große Probleme im Wald, aber nicht wegen der Windräder, sondern weil sich das Klima verändert hat.“ Die Bäume litten darunter. Er warf der Linken Populismus vor. Sie bringe das Thema mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen erneut auf. Stefan Thielen (CDU) räumte ein, dass Windräder eine Belastung seien, nicht nur für Menschen, auch für Tiere und Pflanzen. Doch man müsse eben abwägen zwischen Natur- und Klimaschutz. Dies sei mit dem geltenden Waldgesetz gut gelungen.



(noe)