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Windpark wird kleiner

Ein Rad weniger: Der Windpark bei Büdingen wird kleiner. Foto: Jan Oelker/Nordex
Ein Rad weniger: Der Windpark bei Büdingen wird kleiner. Foto: Jan Oelker/Nordex FOTO: Jan Oelker/Nordex
Merzig. Der Stadtrat Merzig hat in seiner jüngsten Sitzung bei der weiteren Beratung des Flächnutzungsplanes eine Verkleinerung des Windparks südwestlich von Büdingen gebilligt. Danach ist nur noch Platz für drei Räder. Von SZ-RedakteurChristian Beckinger

Der geplante Windpark Wellingen-Büdingen-Silwingen nahe dem Bildhauersymposium "Steine auf der Grenze" wird kleiner als ursprünglich geplant. Der Merziger Stadtrat beschloss in seiner letzten Sitzung des Jahres 2013 im Zuge der weiteren Beratung des Flächennutzungsplanes eine Verkleinerung des Areals südwestlich von Büdingen, auf dem vier Windkraftanlagen geplant waren. Die Größe dieses Areals wird im Flächennutzungsplan gegenüber den ursprünglichen Entwürfen reduziert. Konkrete Folge davon ist, dass ein vorgesehener Standort für ein Windrad wegfällt.

Die CDU-Fraktion hatte die Reduzierung der für Windkraft ausgewiesenen Fläche beantragt. Der Fraktionsvorsitzende Bernd Seiwert begründete dies so: "Dort ist wohl ein Horst des Schwarzmilans vorhanden, so dass eine naturschutzrechtliche Genehmigung als nicht realisitisch erscheint." Der Greifvogel zählt zu jenen geschützten Vogelarten, um deren Brutstätten bei der Planung von Windkraftanlagen ein ausreichender Mindestabstand gewahrt bleiben muss.

Der Silwinger SPD-Ortsvorsteher und Ratsverordnete Wolfgang Käfer wies darauf hin, dass die Verkleinerung der Fläche zu einem Wegfall eben jener Windkraftanlage führen würde, die sehr nahe am Ort Büdingen stehen würde. "Die SPD wird dem zustimmen, wenn diese Verkleinerung so vorgenommen wird", unterstrich Käfer.

Dagegen äußerte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Klaus Borger deutliche Kritik an dem CDU-Antrag: "Durch die Reduzierung der Windkraft-Standorte werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen können", sagte Borger. Die Stadt habe sich schon bei der ursprünglichen Ausweisung von möglichen Windenergie-Standorten aus Sicht der Grünen zu restriktiv verhalten, indem sie jegliche mögliche Standorte im Wald ausgeschlossen habe. Nun reduziere sie "allein auf den Verdacht hin", dass es dort ein Schwarzmilan-Vorkommen gibt, die ausgewiesene Fläche erneut.

"Das führt unser Klimaschutzkonzept vollends ad absurdum."

Auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche südwestlich von Büdingen ist die Errichtung von vier Windkraftanlagen mit einer Gesamt-Anlagenhöhe von jeweils 200 Metern und einer Gesamtleistung von drei Megawatt geplant. Betreiber der Anlage soll die Windenergie Merzig GmbH sein, an der die Merziger Stadtwerke gemäß einem Ratsbeschluss vom Juni 2013 einen Anteil von 50 Prozent halten. Die zweite Hälfte der Anteile hält die Merziger Firma Ökostrom Saar, die als Projektentwickler für das Vorhaben in Erscheinung tritt. Als weiterer möglicher Gesellschafter ist die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Hochwald im Gespräch.

Der Windpark bei Büdingen steht wegen seiner unmittelbaren Nähe zum Bildhauersymposium "Steine an der Grenze" bei den Verantwortlichen des Symposiums, etwa dem künstlerischen Leiter Paul Schneider oder dem Initiator und Ex-Kultusminister Jürgen Schreier, massiv in der Kritik. Da in unmittelbarer Nähe des geplanten Windparks auch auf französischer Seite der Grenze gleich neun Windräder geplant sind, befürchten Schneider, Schreier und der Fördervereins-Vorsitzende der "Steine an der Grenze", Alfred Diwersy, eine Verschandelung der Skulpturenstraße. Auch bei vielen Anwohnern der nahe gelegenen Ortschaften Büdingen und Silwingen ist das Vorhaben umstritten. < Weiterer Bericht folgt.