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Windpark-Gegner kritisieren geplante Rodungsarbeiten

Weiskirchen. Den Windpark am Schimmelkopf „auf Biegen und Brechen“ gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen zu wollen, wirft die BI der Weiskircher Gemeindeverwaltung vor. Der ginge es nur um Subventionen und Pachteinnahmen. Von SZ-RedakteurinMargit Stark

Sturm läuft die Bürgerinitiative "Gegen Windkraftanlagen im Wildpark und im Wald" (BI) gegen die geplanten Waldrodungen von 3,5 Hektar. Die Bäume sollen Platz machen für die möglichen Windräder am Weiskircher Schimmelkopf.

Nach Ansicht des neuen BI-Vorsitzenden Jens Schommer und seiner Mitstreiter soll die Hochwaldbevölkerung trotz fehlender Baugenehmigung, dem noch laufendem Flächennutzungsplanverfahren und dem Nachweis der streng geschützten Mopsfledermaus vor vollendete Tatsachen gestellt werden. "Das derzeitige Vorgehen von Bürgermeister und Gemeinderatsmehrheit, die Errichtung von vier Windrädern am Schimmelkopf im Weiskircher Wald auf Biegen und Brechen durchzusetzen, wird in der Bevölkerung genauso auf heftigen Widerstand stoßen wie die vor vier Jahren gescheiterten Windparkpläne für den Wildpark", sagen sie.

Frist für Einwände bis 28. Februar

Nach Worten der Gegner ist der Flächennutzungsplan der Gemeinde bisher nicht geändert, sodass am Schimmelkopf derzeit noch keine Sonderbaufläche für Windkraftanlagen ausgewiesen ist. "Bis zum 28. Februar können die Bürger Einwendungen gegen die Ausweisung dieser Sonderbauflächen vorbringen, danach muss der Gemeinderat diese Einwendungen abwägen und den Flächennutzungsplan dem Innenministerium zur Genehmigung vorlegen." So stellt die in Kürze geplante Rodung nach Meinung der BI eine Verhöhnung der im Flächennutzungsplanverfahren gesetzlich vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung dar. "Auf Anfrage des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz hat der Bauausschuss auf Vorschlag des Bürgermeisters bereits das Einvernehmen der Gemeinde zum Juwi-Antrag auf Errichtung von vier Windkraftanlagen hergestellt." Wie Bürgermeister Werner Hero die Windpark-Politik verschleiere, zeige nach Ansicht von Schommer und seinen Mitstreitern, dass die weitreichende Entscheidung in der Tagesordnung für die Bauausschuss-Sitzung vom 23. Januar unter "Bauanfragen, Bauanträge" versteckt gewesen sei.

Als weiteren Skandal nennt die Bürgerinitiative, dass die Gemeinde den Nachweis einer Wochenstube einer Mopsfledermaus ignoriere - und das, obwohl die Verbandsgemeinde Kell am See in Rheinland-Pfalz wie auch das LUA die Gemeindeverwaltung im vergangenen Jahr offiziell darüber informiert habe. Zum Schutz der seltenen Tiere ist im Fünf-Kilometer-Radius der Bau von Windrädern tabu. In Weiskirchen geht es nach Meinung der BI Bürgermeister und Gemeinderatsmehrheit nur um die Pachteinnahmen aus dem Windpark. Dass es dem Verwaltungschef und der Mehrheit des Gemeinderates um ökologische Gesichtspunkte geht, stellt die BI in Abrede. Für sie der Beweis: Beide hätten sich gegen Bauanträge auf Privatland gestellt, sie wollten Windräder im Gemeindewald aufstellen. "Wenn man große Teile der Bevölkerung nicht vollends gegen die Energiewende aufbringen will, dann muss man endlich durch klare Vorgaben der Landesplanung die Wahrung von deren Interessen gewährleisten anstatt Landschaft, Natur und Bevölkerung der inzwischen weitgehend ungehemmten Jagd nach Subventionen und Pachteinnahmen auszusetzen", mahnt die BI an die Adresse des Landes.