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Wimpel-Parade beim Zeltlager

Nach dem Wecken musste jeder Löschbezirk seinen Wimpel in der Mitte des Zeltlagers am Ensheimer Sportplatz aufstellen und zum Zapfenstreich wieder abholen. Foto: Andreas Lang
Nach dem Wecken musste jeder Löschbezirk seinen Wimpel in der Mitte des Zeltlagers am Ensheimer Sportplatz aufstellen und zum Zapfenstreich wieder abholen. Foto: Andreas Lang FOTO: Andreas Lang
Ensheim. Die Kameradschaft zu stärken ist schon bei der Jugendfeuerwehr wichtig. Deshalb traf sich der Feuerwehr-Nachwuchs des Löschabschnitts Ost eine Woche in Ensheim. Für die Jugend sind die Zeltlager ein Erlebnis, denn sie werden nur alle vier Jahre veranstaltet. Von SZ-MitarbeiterAndreas Lang

. Mit einer großen Siegerehrung haben 112 Jugendfeuerwehrleute aus dem Saarbrücker Löschabschnitt Ost ihr Zeltlager am Ensheimer Sportplatz beendet. Knapp eine Woche lang hatten sie sich dort spannende Wettkämpfe wie Beach-Volleyball oder Nasse-Schwämme-Werfen geliefert, am Ende gab es Medaillen und Urkunden für die Besten. Noch wichtiger als Spaß und Sport war es aber, die Kameradschaft zu stärken.

Dabei wird ein Feuerwehrkamerad besonders in Erinnerung bleiben, der aus dem Löschabschnitt Mitte kommt. Michael "Basti" Bastian, Notfall-Seelsorger aus dem Löschbezirk St. Arnual, der sich auch an der Feldküche der Daarler Feuerwehr auskennt, sorgte während des Zeltlagers für die Verpflegung. "Ja, der Basti ist schon sensationell", schwärmte Sebastian Schmitz, 16-jähriger Jugendfeuerwehrmann im Löschbezirk Fechingen. Für ihn war es das zweite Zeltlager im Löschabschnitt. "Es macht jedes Mal sehr viel Spaß, aber mehr geht einfach nicht." Zur Erklärung: Ab zehn Jahren darf man zur Jugendfeuerwehr, mit 18 wechseln Jugendfeuerwehrleute in die aktive Mannschaft. Da die Löschabschnittszeltlager nur alle vier Jahre stattfinden, können die Jungs und Mädchen maximal zwei Mal mitmachen.

Zurück zum Lager in Ensheim. Daniel Maier, 13 Jahre, ebenfalls aus Fechingen, hatte viel Spaß: "Mir haben die Ausflüge ins Schwimmbad am besten gefallen." Die Nachtwanderung sei ebenfalls ein Renner gewesen.

Löschabschnittsführer Willi Hartz ist eine weitere Besonderheit aufgefallen: "Die Kameraden haben eine alte, historische Grenze wieder aufleben lassen." Jugendliche aus Ensheim und Eschringen hätten auf dem Gelände einen "bayrischen Löschbezirk" ausgerufen. Dadurch fühlten sich die Fechinger Nachbarn gekitzelt. Sie gehörten einst, als eben Ensheim und Eschringen noch Bayern waren, zu Preußen, was die Jung-Feuerwehrleute mit einem alten Holzwappen dokumentierten. Hartz dankte dem Technischen Hilfswerk, das eine Spülstation zur Verfügung gestellt hatte, und der DJK Ensheim: "Wir durften hier alle Plätze sowie die Duschen und Toiletten im Clubheim benutzen." Während Basti zum Motivator im Camp avancierte, war Oliver Ludt vom organisierenden Löschbezirk Ensheim der Platzhirsch, der unter anderem Wecken, Zapfenstreich und die Mahlzeiten zu überwachen hatte. Und er sorgte für die "Wimpel-Disziplin". Jeder Löschbezirk, neben den bereits genannten waren noch Bischmisheim, Brebach, Bübingen, Schafbrücke und Scheidt mit von der Partie, musste nach dem Wecken seinen Wimpel in der Platzmitte aufstellen und zum Zapfenstreich wieder einholen. Wer das verpasste, musste seinen Wimpel bei den Kameraden auslösen und eine Aufgabe bewältigen.