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Sammelbewegung
Wie sich Lafontaine bei „Aufstehen“ im Land Einfluss sichert

Oskar Lafontaine, Initiator der Sammlungsbewegung
Oskar Lafontaine, Initiator der Sammlungsbewegung FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ hat eine erste Entscheidung zu ihrer Organisationsform im Saarland getroffen. An der Spitze steht seit vergangener Woche ein sechsköpfiges Lenkungsteam, das landesweite Aktionen und Veranstaltungen organisieren soll.


Dem Gremium gehören zwei Gewerkschafter, ein Abgeordneter der Linken und drei Mitarbeiter der Linksfraktion im Landtag an. Dies sind der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) im Saarland, Mark Baumeister, der Landesvorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG), Ralf Damde, der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jochen Flackus, sowie die Fraktionsmitarbeiter Martin Sommer, Dennis Bard und Curly-Sue Stachel. Somit hat sich Oskar Lafontaine, Initiator der Sammelbewegung, über die Fraktionsvertreter großen personellen Einfluss auf die Spitze der Bewegung gesichert.

Lafontaine hatte das Team ganz am Ende der rund zweistündigen Auftaktveranstaltung von „Aufstehen“ vor einer Woche in Saarbrücken-Burbach vorgestellt. Er ließ die rund 300 Unterstützer nicht über seinen Personalvorschlag abstimmen, sondern betrachtete ihn mit den Worten „Ich sehe keine Riesenprotestwelle“ als angenommen.



Das Lenkungsteam werde sich bald zusammensetzen, die Zusammenarbeit besprechen und dabei auch beraten, ob es zu einzelnen Feldern Sprecher geben werde, sagte Martin Sommer, der Pressesprecher der Linksfraktion ist und an den Vorbereitungen des Auftakts beteiligt war. Inhaltliche Entscheidungen würden bei Aufstehen demokratisch auch durch das Computerprogramm „Polis“ getroffen.

Oskar Lafontaine sagte, es solle innerhalb der Bewegung nicht von oben herab entschieden werden. Alle seien zur Mitarbeit aufgerufen, es gebe keinen hauptamtlichen Apparat, alles werde ehrenamtlich gemacht. Es gebe „in bescheidenem Umfang Spenden“. Als Beispiel für Aktionen nannte er das Vorhaben, den Kampf der Beschäftigten der Neuen Halberg Guss zu unterstützen.