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Wie geht es weiter mit dem Amt für kommunale Filmarbeit?

Saarbrücken. Freie Szene, Filmhaus, Stadtgalerie, - drei große Aufgabenfelder will er in den nächsten 100 Tagen beackern, sagt Erik Schrader (Foto: Becker&Bredel). Denn für die gebe es einen gewissen "Handlungsdruck". Also der Reihe nach. Die Stadt muss demnächst entscheiden, wem sie das Erdgeschoss des Feuerdrachens zur Nutzung überlässt

Saarbrücken. Freie Szene, Filmhaus, Stadtgalerie, - drei große Aufgabenfelder will er in den nächsten 100 Tagen beackern, sagt Erik Schrader (Foto: Becker&Bredel). Denn für die gebe es einen gewissen "Handlungsdruck". Also der Reihe nach. Die Stadt muss demnächst entscheiden, wem sie das Erdgeschoss des Feuerdrachens zur Nutzung überlässt. Zurzeit gibt es zwei Optionen: Neben einigen Künstlern der Freien Szene hat auch die Hochschule für Musik (HfM) Interesse an den Räumen bekundet, um dort ihren Jazzstudenten eine öffentliche Bühne zu bieten. Für die Option HfM spreche: "Sie bringt Geld mit". Für die Freie Szene wiederum eröffnete sich dort ein Bühnenraum "kaum größer als das Kleine Theater, also kein Quantensprung". Wäre es also nicht sinnvoller, die Stadt suchte endlich nach einer großen Bühne, wie sie ein Großteil der Freien Szene schon lange für notwendig erachtet? "Die müsste man bauen, das kann sich die Stadt nicht leisten", sagt Schrader. Deshalb will er im Sommer lieber eine Bestandsaufnahme aller Bühnen im Stadtgebiet angehen und klären, welche Nutzungen sie zulassen und welche nicht. Warum nicht, denkt er schon mal laut nach, die Freie Szene auch die HfM-Bühne in der St. Mauritius-Kirche und öfter als bisher die Deutschherrnkapelle bespielen lassen? Grundsätzlich zu klären sei die Frage: Welche Räume kann die öffentliche Hand der Freien Szene in den nächsten Jahren (noch) zur Verfügung stellen? Wie viele kann sie sich leisten? Andererseits sollten die Stadträte neu überlegen, ob ihnen die Freie Szene in Anbetracht ihrer steigenden Qualität nicht mehr wert ist, findet Schrader. Er denkt an 50 000 oder 100 000 Euro mehr Zuschüsse im Jahr. Das will er nach der Wahl diskutieren lassen. Vergleichsweise dringlicher ist da die Frage der Nachfolge von Albrecht Stuby zu regeln. Der Leiter des Amts für kommunale Filmarbeit und damit auch des Filmhauses geht zum Jahresende in den Ruhestand. Laut Schrader sei geplant, die Stelle neu zuzuschneiden, den Aufgabenbereich zu reduzieren, für den Tagesbetrieb des Filmhauses Kooperationspartner zu suchen. Der oder die Neue hätte dann mehr Kapazität frei für "konzeptionelle Arbeit" oder Projekte wie "Kino für Grundschulen und Kitas". Bis September müsse sein Dezernat dem Stadtrat beschlussfähige Lösungen vorlegen. Die Stelle werde nicht intern besetzt, sondern ausgeschrieben, betont Schrader. Doch gebe es jetzt schon "eine Handvoll Kandidaten" aus der Region, die "ihre Visitenkarte in den Ring geworfen", also bei ihm und den Fraktionen vorgesprochen hätten. In Sachen Stadtgalerie schließlich, erzählt Schrader, sei es seine Aufgabe für den Sommer, die Frage zu klären: Was wird aus den Nebenräumen in der Stadtgalerie für den Fall, dass die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz sie nicht mehr braucht? Zwar habe Ralph Melcher als Vorstand der Stiftung eine Bestandsgalerie für die Stadtgalerie auch für die Zeit nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus am Saarlandmuseum gegeben, doch gebe es zugleich Überlegungen, das Personal aus der Stadtgalerie abzuziehen und am Hauptsitz Bismarckstraße zu konzentrieren. Darüber werde mit der Stiftung zu diskutieren sein, sagt Schrader. Und das ist nur ein Teil der noch zu lösenden Probleme zur Zukunft der Stadtgalerie. "Keiner hat eine prickelnde Idee der Trägerschaft und keiner hat Ideen, wie er es inhaltlich füllen will". sbu