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Wichtige Anlaufstelle für Frauen in Burbach

Burbach. "Es ist sehr schade, dass das Programm jetzt ausläuft". Die beiden Türkinnen Sevdige Erbay und Emine Igören bedauern, dass Schluss ist mit den LOS-Projekten in Burbach. Die letzte Förderperiode ist ausgelaufen Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Burbach. "Es ist sehr schade, dass das Programm jetzt ausläuft". Die beiden Türkinnen Sevdige Erbay und Emine Igören bedauern, dass Schluss ist mit den LOS-Projekten in Burbach. Die letzte Förderperiode ist ausgelaufen. LOS - diese drei Buchstaben stehen für das Programm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Europäischen Sozialfonds. Im Zeitraum Juli 2004 bis Juni 2008 wurden 43 so genannter Mikro-Projekte - so heißen die Ideen, die mit dem Geld gefördert werden - in Burbach auf die Beine gestellt. Die Projekte, die zuletzt umgesetzt wurden, präsentierten sich zum Abschluss des Förderzeitraums am Dienstagabend im Caf&; Select. Auch dieses Caf&;, das von der Rumänin Stefania Marzlin und ihrer Tochter Doriana betrieben wird, ist eines der 43 Projekten, die mit LOS-Geld gefördert wurden. Doch zurück zu den beiden Türkinnen. Mit der Ukrainerin Lyudmyla Vlasova riefen sie das Projekt "Gemeinsam für Burbach - Orte der Kommunikation" ins Leben. "Wir haben bei einer Umfrage festgestellt, dass vor allem die ausländischen Frauen kaum am gesellschaftlichen Leben in Burbach teilnehmen", berichtet Sevdige Erbay. Die Projektmitarbeiterinnen richteten daraufhin im Stadtteilbüro eine Anlaufstelle ein. Sie setzten die Idee eines Marktcaf&;s um. Jeden zweiten Mittwoch im Monat war es geöffnet. "Es kamen jedes Mal zwischen zehn und 15 Frauen", so Erbay. Die Frauen beteiligten sich an den Sommerferienaktionen, machten mit beim Dorffest, fuhren zum interkulturellen Frauentreff in Burbach. "Wir haben Frauen bei Problemen mit der Arge geholfen und haben zwei Migrantinnen zu einem Deutsch-Kurs verholfen", erklärt Emine Isgören. "Es ist uns gelungen, viele Frauen aus ihrer Isolation herauszuholen", ziehen Isgören und Erbay ein positives Fazit. Mit dem Auslaufen des Projektes befürchten sie aber, dass die meisten der Frauen genau dorthin wieder verschwinden werden. Positiv fällt auch die Bilanz von Katja Kruse aus. Sie ist die Leiterin der LOS-Koordinationsstelle beim Regionalverband Saarbrücken. "Viele Menschen in Burbach haben von dem Programm profitiert. Es ist einiges dank LOS passiert." Insgesamt nahmen 754 Menschen an den 43 Projekten teil. Diese wurden im Zeitraum von vier Jahren mit 400000 Euro gefördert. Sie hat noch eine gute Nachricht: "Es gibt vom Europäischen Sozialfonds im nächsten Jahr ein Folgeprogramm." Wer Projektideen hat, kann sich bei Katja Kruse melden: Tel. (0681) 5 96 51 39.