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Wer ein schnelles Netz will, muss wechseln

Heusweiler. Mancherorts gibt es nur einen Anbieter für Breitband-Internet. Die Firma Inexio will in Holz für ein leistungsstärkeres Internet sorgen. Kunden, die den Service nutzen wollen, müssen dann zu diesem Anbieter wechseln. Von SZ-MitarbeiterinRuth Rousselange

Nahezu jeder nutzt heute das Internet mit seinen unerschöpflichen Quellen an Information und Dienstleistung. "Kann es da sein, dass man nur einen Internetanbieter vor Ort hat und gezwungen ist, bei diesem einen Vertrag abzuschließen?", fragte sich ein Leser der Saarbrücker Zeitung aus Heusweiler. So stehe etwa im Heusweiler Ortsteil Berscheiler nur schlau.com zur Verfügung und in Holz die Firma Inexio.

Auf Nachfrage bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes erklärte Silke Schröder: "Es gibt einen rechtlichen Anspruch auf Grundversorgung mit Telefondienstleistung, die die Telekom erfüllen muss. Aber es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf Internet. Hat der Verbraucher zwei Anbieter zur Auswahl, kann er sich schon glücklich schätzen." Informiert man sich bei der Bundesnetzagentur über die Grundversorgung mit Teilnehmeranschlüssen, findet man diese Aussage bestätigt: "Als Endnutzer haben Sie einen Anspruch auf Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz und auf Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten . . . Das Angebot an breitbandigen Internetanschlüssen, wie DSL, VDSL, UMTS oder LTE unterliegt nach dem Telekommunikationsgesetz nicht den Vorgaben der Grundversorgung", heißt es dort. Das "alte" Internet bietet die Telekom in der Regel mit ihrer Telefondienstleistung noch mit an: "Das funktioniert mit analogem Modem, etwa 64 Kilobit, aber das bedeutet erhebliche Abstriche in der Geschwindigkeit", sagt Silke Schröder. Schaffen in bestimmten Ortsteilen einzelne Firmen wie schlau.com oder Inexio die notwendige Infrastruktur für Internet, dann haben sie vorher auch geprüft, ob es ausreichend Kunden dafür gibt. In der Regel werden im Vorfeld Umfragen vor Ort gestartet, um herauszufinden, ob ein genügendes Interesse an der Internetnutzung besteht, bevor eine Anbindung bereitgestellt wird. So will zum Beispiel Inexio Holz mit einem leistungsstärkeren, schnelleren Internet versorgen, braucht dazu aber 200 abgeschlossene Verträge, damit sich der Anschluss an ein unternehmenseigenes Glasfasernetz lohnt. Inexio informiert über das Vorhaben auf Beratungsveranstaltungen.

Dass also nur ein Internetanbieter für ein bestimmtes Gebiet zur Verfügung steht, kann vorkommen. Allerdings ist niemand gezwungen, dessen Dienste auch zu nutzen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von einem SZ-Leser-Reporter. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Telefon (06 81) 5 95 98 00 oder per E-Mail an: leser-reporter@sol.de