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Aufklärungsquote steigt um 10 Prozent
Weniger Wohnungseinbrüche im Saarland

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Saarland ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. (Symbolbild)
Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Saarland ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. (Symbolbild) FOTO: BeckerBredel
Dillingen. Spezialermittler konnten im letzten Jahr mehr Wohnungseinbrüche aufklären. Die Quote der aufgeklärten Taten ging sprunghaft nach oben. Wer sind die Einbrecher? Von Ute Kirch
Ute Kirch

Durch eine DNA-Spur an einer Schmuckschatulle sind Ermittler des Landespolizeipräsidiums einem Wohnungseinbrecher auf die Schliche gekommen. Gestern Morgen klickten in Lebach die Handschellen. Der 24-Jährige soll im Oktober 2017 in ein Haus in Friedrichsthal eingebrochen und dort Schmuck und eine vierstellige Summe erbeutet haben.



Erfolge wie diese im Kampf gegen Wohnungseinbrecher haben im Saarland im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Das teilten Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und der Leiter des Landeskriminalamts, Harald Schnur, gestern bei der Vorstellung der Jahresstatistik mit. „Die Aufklärungsquote konnte voraussichtlich um 10,4 Prozentpunkte von 16,6 Prozent im Jahr 2016 auf 27,0 Prozent im Jahr 2017 gesteigert werden“, sagte Bouillon. 376 der bisher registrierten 1391 Wohnungseinbrüche konnten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden. Insgesamt seien 52 Fälle mehr aufgeklärt worden als im Jahr 2016. Noch seien allerdings nicht alle Fälle aus 2017 abschließend bearbeitet.

Gleichzeitig ist die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 1391 Taten so niedrig wie noch nie im Zehnjahresvergleich (2008: 1746 Taten). Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 556 Fälle. Dies ist ein Rückgang von 28,6 Prozent. „Das ist eine absolute Erfolgsquote, an die wir selbst nicht geglaubt haben. Die Kripo hat eine Superarbeit geleistet“, schwärmte der Minister. Den Erfolg führt er auch auf die von ihm im vergangenen Januar beschlossene Neuorganisation in der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche zurück. Seitdem erfolgt diese spezialisierte Ermittlungsarbeit von einem Drei-Standorte-Modell aus. „Durch die schwerpunktmäßige Fallbearbeitung an den drei Standorten Dillingen, Neunkirchen und Saarbrücken sind wir erfolgreicher geworden“, sagte Bouillon. Seit der Einführung dieser Organisationseinheit konnten 43 Haftbefehle sowie 55 Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt werden. Bei den Haftbefehlen registrierten die Ermittler im vergangenen Jahr einen Anstieg der nicht-deutschen Täter. Unter den 43 Festgenommenen stellten die Serben (15 Personen) noch vor den Deutschen (14 Personen) die größte Tätergruppe. Unter den ermittelten Tatverdächtigen waren 41 Prozent (120 Personen) ausländische Staatsbürger. Im Vorjahr lag diese Zahl bei 35,2 Prozent (93 Personen). Von den 293 ermittelten Tatverdächtigen waren 250 Männer und 43 Frauen.

Geholfen habe auch der gute Draht des Dezernats zur Staatsanwaltschaft, sagte Kripo-Chef Schnur. Durch einen spezialisierten Staatsanwalt seien Beschlüsse etwa für Durchsuchungen schneller zu erwirken.

Auch habe die Polizei verstärkt präventive Arbeit geleistet. So habe es im Vorjahr 526 Beratungsgespräche und 36 Vorträge zum Thema Einbruchsschutz gegeben. An 129 Tagen hätten Ermittler – zum Teil undercover – 1598 Personen und 1734 Fahrzeuge in Gegenden kontrolliert, die nach der täglichen Lagebesprechung als Einbruchs-Schwerpunkt gewertet wurden.

Mehr Zeit für Ermittlungen und Streifenfahrten habe die Polizei durch den Einsatz von 21 Ermittlungsassistenten seit März 2017 bekommen. Diese kümmerten sich um Verwaltungsaufgaben wie Fahndungsausschreibungen. 2020 sollen zusätzliche Ermittlungsassistenten eingestellt werden, kündigte Bouillon an.

Durch ein neues Referat soll die Cyber-Kriminalität künftig wirksamer bekämpft werden. Zudem soll der Opferschutz verbessert und im Zuge des Programms „Polizei 2020“ eine moderne und einheitliche Informationsstruktur für Bund und Länder geschaffen werden.