| 00:00 Uhr

Weniger Straftaten in der Gemeinde Kirkel

Polizeikommissar Gerhard Kopp (links) und Polizeioberkommissar Werner Zeller vom Posten Limbach sind die Gesichter der Polizei in Kirkel, ihre Präsenz gilt als entscheidend für das gute Sicherheitsgefühl der Bürger in der Gemeinde. Foto: Thorsten Wolf
Polizeikommissar Gerhard Kopp (links) und Polizeioberkommissar Werner Zeller vom Posten Limbach sind die Gesichter der Polizei in Kirkel, ihre Präsenz gilt als entscheidend für das gute Sicherheitsgefühl der Bürger in der Gemeinde. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Die Gemeinde Kirkel liegt in der Tabelle von Straftaten landesweit nur noch auf dem 37. Platz. Das ist allerdings ein gutes Zeichen, wie der Leiter der Polizeiinspektion Homburg, Christof Baltes, gestern verdeutlichte. Denn die Zahl der Straftaten ging 2012 zurück. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Es waren in der Tat fast durchgängig gute Neuigkeiten, die Kriminaldirektor Christof Baltes, Leiter der Polizeiinspektion Homburg, gestern im Kirkeler Rathaus rund um die Kriminalitätsstatistik 2012 der Gemeinde verkünden konnte. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Delikte um 30 Straftaten von 423 auf 393 gefallen. Das hörten Bürgermeister Frank John, Bürgeramtsleiter Udo Reis als Chef der Ortspolizeibehörde sowie Dietmar Homberg und Jörg Schwitzgebel vom Hauptamt der Gemeinde gern. Dabei vermeldete Limbach mit einem Minus von 38 den deutlichsten Rückgang.

Im Bereich der Wohnungseinbrüche allerdings stiegen die Fallzahlen in der Gesamtgemeinde von 2011 zu 2012 deutlich von zehn auf 19. Und gerade diese Straftaten verursachten beim Bürger ein maximales Maß an Unsicherheit und Bedrohung, dessen waren sich alle Beteiligten des gestrigen Sicherheitsgesprächs einig. Baltes, der die Wohnungseinbruchszahlen allerdings als "innerhalb der Leitplanken" bewertete: "Solche Vorfälle sorgen für starke Betroffenheit bei den Opfern. Und solche Verbrechen werden natürlich auch in der Gemeinde thematisiert." Der Chef der Homburger Polizei verwies in diesem Zusammenhang auch auf nachbarschaftliche Wachsamkeit als ein wirksames Instrument, um Wohnungseinbrüchen schon im Vorfeld entschieden entgegenzutreten. Als Dietmar Homberg wissen wollte, wie man sich als Bürger bei einer verdächtigen Wahrnehmung verhalten und ob man im Zweifelsfalle immer die Polizei informieren solle, machte Baltes deutlich: "Auf jeden Fall. Besser werden wir einmal zu viel als einmal zu wenig informiert. Das sollte man keine Scheu haben. Die Bürger sind dazu aufgefordert, selbst wachsam zu sein. Denn die Polizei kann nicht jedes Haus schützen und jede Straße überwachen." Deswegen sei eine aktive und wachsame Nachbarschaft für den Einbruchsschutz überaus wichtig.

Baltes verdeutlichte aber auch, dass nicht jeder Unbekannte in einem Wohngebiet gleich auch ein potenzieller Einbrecher sei. Vielmehr seien auch Anbieter unterschiedlicher Dienstleistungen von Haustür zu Haustür unterwegs. Bürgeramtsleiter Udo Reis wies in diesem Zusammenhang auf zwei Möglichkeiten hin, den unerwarteten Klingler an der Tür auf Seriosität zu prüfen. "Wer unaufgefordert an der Haustür eine Ware oder eine Dienstleistung verkaufen will, der muss auf Nachfrage eine entsprechende amtliche Bescheinigung über ein angemeldetes Reisegewerbe vorzeigen können, eine sogenannte Reisegewerbekarte. Die bekommt man nur, wenn man als zuverlässig gilt, da muss auch das polizeiliche Führungszeugnis entsprechend aussehen. Und wer eine solche Karte nicht besitzt und vorzeigen kann, der befindet sich schon nicht mehr im grünen Bereich." Gleiches gelte auch für Spendensammler. "Wer vor Ort Geld sammelt, der bedarf einer Sammlungserlaubnis. Und auch die wird nicht an ,Halbwelt-Gestalten' verteilt." So sei es für den Bürger durchaus möglich, unmittelbar an der Haustür zu prüfen, ob das Gegenüber ein Mindestmaß an Seriosität mitbringt oder nicht.

Kirkels Bürgermeister Frank John bewertet angesichts der von Christof Baltes präsentierten Zahlen Kirkel als "eigentlich sichere Gemeinde. Positiv ist die rückläufige Entwicklung der Kriminalität insgesamt, gerade im Vergleich mit der Entwicklung im Saarland".



Zum Thema:

Auf einen Blick In Sachen Kriminalität konnte sich die Gemeinde Kirkel im vergangenen Jahr in der Rangfolge der 52 saarländischen Kommunen im Vergleich zum Jahr 2011 noch einmal deutlich verbessern. Lag man 2011 noch auf Platz 30, so rangiert die Gemeinde im Jahr 2012 auf Platz 37. Dabei steht Platz 1 für die höchste Kriminalitätsrate im Land, Platz 52 für die niedrigste. thw