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Weniger Platz für Windräder in Tholey

Tholey. 2,5 Prozent der Tholeyer Gemeindefläche sind für Windräder geeignet. So der aktuelle Planungsstand beim Ausbau dieser Energieform. Windräder könnten auf vier statt bisher sechs Flächen entstehen, die beiden größten Areale liegen zwischen Theley und Selbach. Von SZ-RedakteurVolker Fuchs

Auf vier Flächen mit einer Gesamtgröße von 153 Hektar können in der Gemeinde Tholey Windräder gebaut werden. Zwei weitere Areale, die im bisherigen Planverfahren ausgewiesen werden sollten, sind nicht geeignet und fallen weg. Das ist der aktuelle Stand der Planung. Die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Ausbau der Windenergie war erneut Thema im Gemeinderat. Dabei ging es konkret um die Beurteilung der eingegangenen Stellungnahmen von Bürgern und Behörden. Bei einer Enthaltung hat der Gemeinderat das so genannte Abwägungsergebnis beschlossen. Jetzt wird der überarbeitete Flächennutzungsplan erneut ausgelegt, können die Bürger diesen einsehen und Einwände erheben.

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) stellte die aktuelle Planung vor. Der Entwurf wurde im Februar und März öffentlich ausgelegt. 71 Behörden, Institutionen und Unternehmen (Träger öffentlicher Belange) hatte die Gemeinde angeschrieben, 29 haben eine Stellungnahme abgegeben. Nur ein Tholeyer Bürger hat sich darüber hinaus zu Wort gemeldet.

Die Ergebnisse: Die kleine Fläche im Fritschenheck südlich von Neipel fällt weg. Die militärische Nutzung des Areals lässt Windräder aktuell nicht zu. Zudem kann ein Großteil des Gebietes aus Landschaftsschutzgründen nicht für Windkraft genutzt werden. Darüber hinaus hat die Interessengemeinschaft Ortsgeschichte Neipel darauf hingewiesen, dass sich in Fritschenheck Bodendenkmäler befinden.

Aufgegeben wird auch das 2,6 Hektar große Gebiet am Engscheider Wald südlich von Sotzweiler. Über dem Wald verläuft die Schleppkurve des Segelflugplatzes Marpingen, unter diesem Luftweg sind Windräder nicht erlaubt. Zudem gibt es in diesem Waldgebiet bedeutende Fledermausvorkommen und eventuell auch einen Brutplatz des Schwarzstorches.

Weiter im Plan ist das 4,5 Hektar große Gebiet Beilstein nördlich von Hasborn. Hier gibt es die geringsten Bedenken des Naturschutzes. Der westliche Teil liegt allerdings im Bereich einer Wasserschutzzone.

Windräder können nach aktuellem Stand auch auf 19,8 Hektar des Katharinenwaldes nördlich des Hofgutes Imsbach entstehen. Das meiste Potenzial für Windräder liegt zwischen Theley und Selbach. Im Gebiet Hellenbüchel sieht der Plan ein Areal von 40 Hektar vor, im direkt angrenzenden Bereich Wachsgut/Triangel von 48,4 Hektar. Wobei hier bei der weiteren Planung Schutzbereiche für Rotmilan-Brutplätze, Eichen- und Schatthangwälder sowie Bodendenkmäler berücksichtigt werden müssen.