| 13:47 Uhr

550 Arbeiten werden ausgezeichnet
Welche Schüler haben das meiste Talent?

Berliner Dom in Berlin in Öl auf Leinwand: Holt dieses Gemälde den Titel bestes Bild? Die Konkurrenz ist jedoch groß.
Berliner Dom in Berlin in Öl auf Leinwand: Holt dieses Gemälde den Titel bestes Bild? Die Konkurrenz ist jedoch groß. FOTO: Stephanie Schwarz
Eppelborn. Die Bundesjury des 65. Europäischen Schülerwettbewerbs bewertet derzeit in Eppelborn rund 1850 künstlerische Arbeiten. Von Stephanie Schwarz

Zehn Lehrer betrachten das Bild einer Katze, die in einem Blumentopf sitzt. Beeindruckt sind die Pädagogen von Farben und Details, die der junge Maler, ein Unterstufenschüler, gezeichnet hat. Hier geht es jedoch nicht um eine Schulnote im Fach Kunst. Sondern um den Titel „Bestes Bild“ beim 65. Europäischen Wettbewerb in der Kategorie „Wem würdest du ein Denkmal setzen?“ Antwort des Schülers: seiner Katze. Unter tausenden Werken hat das Katzenbild es durch den Schul- und den Landesvorentscheid geschafft und darf sich nun mit hunderten Bildern auf Bundesebene messen. Sieben Stimmen erhält das Katzenbild. Reicht das für den Sieg?


Unter dem Motto „Europäisches Kulturerbejahr 2018“ haben rund 85 000 Schüler aller Klassenstufen in diesem Jahr am 65. Europäischen Wettbewerb teilgenommen – dem ältesten Schülerwettbewerb Deutschlands – veranstaltet von der Europäischen Bewegung Deutschland. Neben Bildern und Texten haben die jungen kreativen Köpfe auch Videos, Lieder, Comics, Street Art oder auch eine Patchworkdecke eingereicht. Immer passend zum Thema Europa. Ein Ölgemälde zeigt beispielsweise den Berliner Dom. Ein sehr detailiertes Werk eines Oberstufenschülers, das zeigt wie talentiert die Schüler sind. Ein weiteres Gemälde trägt den Titel „Vom Hofmaler zum Selfie“ und zeigt bekannte Maler der letzten Jahrhunderte.

550 Preise darf die 18-köpfige Jury, die in dieser Woche in Eppelborn tagt, vergeben. Zu gewinnen gibt es Reisen, beispielsweise zu Angela Merkel ins Kanzleramt, Geld- und Sachpreise. Um jede einzelne der 1850 Arbeiten zu bewerten, haben die Jurymitglieder eine Woche Zeit. Eine Aufgabe unter Zeitdruck, die aber auch viel Spaß macht, sagt Karin Jochum, Landesbeauftragte des Wettbewerbs fürs Saarland.



„Vom Hofmaler zum Selfie“: Große Maler in ein neues Licht gerückt.
„Vom Hofmaler zum Selfie“: Große Maler in ein neues Licht gerückt. FOTO: Stephanie Schwarz

Auch saarländische Schüler haben am Wettbewerb teilgenommen und rund 500 Arbeiten eingereicht. 30 davon schafften es auf die Bundesebene. Darunter ein selbst gedrehtes Video über den saarländischen Bergbau in der Kategorie „Aussterbende Berufe“. Der saarländische Gymnasiast verarbeitet in seinem Video den saarländischen Bergbau anhand eines Unglücks und eines Graffitikünstlers, der in einer dreckigen leerstehenden Industriehalle den Opfern ein Denkmal setzt. Die Jury-Mitglieder sind beeindruckt: „Der Schüler hat mit Kameraführung und Schnitttechniken gespielt. Und einen Spannungsbogen eingebaut, der durch Hintergrundmusik verstärkt wird.“ Ob der saarländische Schüler sich Hoffnungen auf den Titel „Bestes Video“ machen kann?

1850 Arbeiten in den Bereichen Bilder, Texte und Medien hat eine 18-köpfige Jury vom 18. bis 23. März in Eppelborn ausgewertet und ingesamt 550 Preise vergeben. Schüler von der ersten Klasse bis zur Oberstufe durften teilnehmen und unter dem Motto "Europäisches Kulturerbejahr" ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
1850 Arbeiten in den Bereichen Bilder, Texte und Medien hat eine 18-köpfige Jury vom 18. bis 23. März in Eppelborn ausgewertet und ingesamt 550 Preise vergeben. Schüler von der ersten Klasse bis zur Oberstufe durften teilnehmen und unter dem Motto "Europäisches Kulturerbejahr" ihrer Kreativität freien Lauf lassen. FOTO: Stephanie Schwarz

Im Vergleich zu Bundesländern wie Bayern und Baden-Würtemberg – mit jeweils etwa 24 000 Arbeiten – hat das Saarland eher wenig Teilnehmer: „Das Saarland gehört nicht zu den am stärksten vertretenen Bundesländern, aber das ist auch mitunter abhängig von der Anzahl der Schulen“, sagt Janin Hartmann, Projektleiterin des Schülerwettbewerbs. Vor allem Schüler aus der Unterstufe nehmen am Wettbewerb teil, „nur leider keine einzige saarländische Grundschule“, fügt Jochem hinzu. In jeder der vier Altersgruppen können die Schüler zwischen drei Aufgaben zum Thema Europa wählen. Je nachdem für welches Medium – Bild, Text, Video – sie sich entschieden, wurden die Arbeiten der jeweiligen Jury zugeteilt, erklärt Hartmann. Die Bildjury hat die meisten Mitglieder, da von 1850 Arbeiten etwa 1450 Bilder sind. Dazu kommen 250 Texte und 150 Medien-Arbeiten.

1850 Arbeiten in den Bereichen Bilder, Texte und Medien hat eine 18-köpfige Jury vom 18. bis 23. März in Eppelborn ausgewertet und ingesamt 550 Preise vergeben. Schüler von der ersten Klasse bis zur Oberstufe durften teilnehmen und unter dem Motto "Europäisches Kulturerbejahr" ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
1850 Arbeiten in den Bereichen Bilder, Texte und Medien hat eine 18-köpfige Jury vom 18. bis 23. März in Eppelborn ausgewertet und ingesamt 550 Preise vergeben. Schüler von der ersten Klasse bis zur Oberstufe durften teilnehmen und unter dem Motto "Europäisches Kulturerbejahr" ihrer Kreativität freien Lauf lassen. FOTO: Stephanie Schwarz

Die jeweiligen Aufgaben sind auf das Alter der Schüler abgestimmt. Grundschüler konnten zum Beispiel als Baumeister eine europäische Stadt für Bürger unterschiedlicher Herkunft entwerfen. Viele griffen hier zu Papier und Stift. Aber auch ein dreidimensionales Projekte fiel der Medien-Jury unter allen Einsendungen besonders auf: Das Video eines Schülers, der seine mit Lego-Steinen gebaute europäische Stadt vorstellt. Mit einem besonderen Detail: Die Stadt hat keine Polizei. „Polizisten braucht meine Stadt nicht, da es keine Verbrechen gibt“, erklärt der Neunjährige im Video.

Ob Katzenbild, Bergbau-Video oder Lego-Stadt, derzeit wird in Eppelborn noch über die Sieger abgestimmt. Erst nach Ostern werden die über 1000 Schüler wissen, ob ihre kreativen Werke einen der 550 Preise erhalten haben. Die saarländische Preisverleihung ist voraussichtlich am 8. Juni im Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis.

Weitere Informationen unter www.europaeischer-wettbewerb.de