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Was Sie bei Lactose-Intoleranz beachten müssen

Der SZ-Telefondoktor beantwortete diesmal Fragen zum Thema Lactose-Intoleranz. Wir drucken einen Auszug aus einem Beratungsgespräch. Dies ist ein Service der SZ und der Kassenärzte. red

Patientin (32): Seit einiger Zeit wird mir häufig schlecht, wenn ich Joghurt esse oder Kakao trinke. Ich bekomme Bauchschmerzen und manchmal sogar Durchfall. Nun habe ich gehört, die Ursache dafür könnte eine Lactose-Intoleranz sein.

SZ-Telefon-Doktor: Die von Ihnen beschriebenen Symptome könnten auf eine Lactose-Intoleranz hinweisen. Man spricht auch von Milchzucker-Unverträglichkeit. Ursache für eine solche Unverträglichkeit ist ein Mangel des Enzyms Lactase, das für die Verdauung des Milchzuckers zuständig ist. Das Fehlen bzw. der Mangel dieses Enzyms kann angeboren sein oder auch im Laufe des Laufe des Lebens auftreten. Eines ist ganz wichtig: Dieser Enzymmangel ist keine Krankheit und auch keine Zivilisationserscheinung. Schon der Urvater der Ärzte, Hippokrates, hat ca. 400 v. Chr. Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Milch beschrieben. Man schätzt, dass 15 bis 30 Prozent der Europäer Milchprodukte schlecht verdauen können. In Afrika und vielen asiatischen Ländern rechnet man sogar mit 80 bis 90 Prozent Menschen, die keine Milchprodukte vertragen. Die Fähigkeit, Milch verdauen zu können, hat der Mensch erst vor circa 7500 Jahren entwickelt. Sie ist in der langen Entwicklungsgeschichte des Menschen also eine recht junge Fähigkeit. Vermutete Ursache ist die zunehmende Haltung von Milchkühen, was vor allem auf der Nordhalbkugel der Welt geschah. Diese Entwicklung hat vermutlich dazu geführt, dass Menschen in diesen Breiten im Laufe der Jahre die Fähigkeit entwickelten, den in der Milch vorhandenen Milchzucker im Darm zu verarbeiten. Eine Lactose-Intoleranz ist also kein Problem. Sie können sie mit einer Änderung der Ernährung gut beherrschen. Probieren Sie am besten aus, wie viel Milchzucker Sie noch vertragen und passen Sie Ihre Essgewohnheiten an.