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Warten auf Moratti

St. Wendel. Die Zuhörer erlebten ein abwechslungsreiches Konzert, bei dem die Klassiker die Stimmungsgaranten waren. Als Opener spielte Saga "The Human Condition", der Titelsong ihrer brandneuen CD und der Name der aktuellen Tournee. Da es sich hierbei um ein fast komplettes Instrumentalstück handelt, baute sich noch mehr Spannung auf Von SZ-Mitarbeiter Heiner Micansky

St. Wendel. Die Zuhörer erlebten ein abwechslungsreiches Konzert, bei dem die Klassiker die Stimmungsgaranten waren. Als Opener spielte Saga "The Human Condition", der Titelsong ihrer brandneuen CD und der Name der aktuellen Tournee. Da es sich hierbei um ein fast komplettes Instrumentalstück handelt, baute sich noch mehr Spannung auf.Freundlich begrüßt Denn das Warten auf Moratti ging weiter. Es dauerte bestimmt drei Minuten, bevor der neue Saga-Sänger lächelnd die Bühne betrat. Von Anspannung war bei dem Enddreißiger nichts zu spüren. Dafür steht Moratti einfach schon zu lange auf der Bühne und hat schließlich auch schon ein paar Konzerte mit Saga hinter sich. Das Publikum in St. Wendel begrüßte den Nachfolger des charismatischen Saga-Frontmanns Michael Sadler mit einem freundlichen Applaus. Und als alte Bühnenfüchse wussten die Musiker, wie sie das Publikum schnell für sich einnehmen und Stimmung machen konnten: mit Klassikern wie "The Flyer" und "Wind him up". Überraschend gut harmonierte Morattis kraftvolle Stimme mit den perfektionistischen Saga-Songs. Und das ist ein großes Kompliment. Denn es gibt Leute, die behaupten, dass es nur einen Sänger gibt, der einer Band seinen Stempel ähnlich stark aufgedrückt hat wie Michael Sadler bei Saga: der leider viel zu früh verstorbene Freddie Mercury von Queen. Saga-Urgestein Jim Gilmour verließ seine Keyboards und trat in die Mitte der Bühne. Nach ein paar netten Begrüßungsworten auf Deutsch, sagte er in Englisch: "Ich würde gerne Rob Moratti unserer Familie vorstellen." Gemeint waren die Fans im St. Wendeler Saalbau, die Moratti abermals Applaus spendeten. Mehr und mehr nahm Moratti während der folgenden Songs Kontakt mit dem Publikum auf, das nicht zuletzt aus eingefleischten Saga-Fans bestand. Er lächelte den Leuten zu, animierte sie zum Klatschen und streckte den Daumen in die Höhe. Im Verlauf des Konzerts spielte Saga mehrere Lieder ihres neuen Albums "The Human Condition", das erst im vergangenen März fertig gestellt und veröffentlicht wurde. Die aktuellen Songs lassen sich nur schwer mit einem Attribut belegen. Teilweise konnte man die typische Saga-Stakkato-Rhythmik wiedererkennen. Andererseits spielte Ian Crichton Gitarrenriffs, die an Hardrock erinnerten, oder es wurden zuweilen samtweiche Klangteppiche geknüpft.Bekanntes und Neues Die neuen Stücke nahm das Publikum mit wohlwollendem Applaus auf. So richtig Stimmung im Saalbau war jeweils, wenn die alten Stücke gespielt wurden. Bei Songs wie "Don't be late" oder "You're not alone" kennen Saga-Fans ihre Einsätze und singen textsicher mit. Nach anderthalb Stunden und zwei Zugaben beendete Saga das Konzert. Das Publikum bedankte sich mit einem Riesenapplaus. Und Rob Moratti durfte sich als neuer Saga-Sänger in St. Wendel akzeptiert fühlen. Als Vorband von Saga spielte die Band "Deep Trip" aus Zürich. Mit ihrer ungewöhnlichen Instrumentenkombi und ihrem harten Grunge kamen sie bei den Zuhörern gut an.