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Warnung vor Aus für die Schleuse

Rund 1000 Schiffe pro Jahr durchqueren auf dem Weg nach Saargemünd oder Saarbrücken die Güdinger Schleuse. Foto: Iris Maurer
Rund 1000 Schiffe pro Jahr durchqueren auf dem Weg nach Saargemünd oder Saarbrücken die Güdinger Schleuse. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Güdingen. Als schweren Schlag für den grenzüberschreitenden Tourismus auf der Saar werten Warner Gedankenspiele, die Güdinger Schleuse zu schließen. Frankreich mache es besser und bringe Schleusen in Ordnung. red

Für den Erhalt der Güdinger Schleuse hat sich Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ausgesprochen. In einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer weist er auf die Bedeutung der Schleuse für den grenzüberschreitenden Tourismus hin und will wissen, was das Ministerium mit der Schleuse vorhat.

Die Tourismusregion Saarbrücken profitiere unter anderem von ihren grenzüberschreitenden Kultur- und Freizeitangeboten. Die Möglichkeit, auf der Saar bis nach Saargemünd und von dort ins französische Kanalnetz zu gelangen, bereichert Gillo zufolge diese Angebote erheblich.

Rund 1000 Schiffe im Jahr nutzten die Güdinger Schleuse. Sie sei für die Ausflugsboote ein Glanzlicht auf der Fahrt. Jeder Eingriff in die Funktionsfähigkeit der Schleuse treffe den Tourismus empfindlich, sagt Gillo. Denn auch im Konzept des grenzüberschreitenden Tourismus, den der Eurodistrikt entwickelt habe, sei der Flusstourismus und damit die Güdinger Schleuse wichtig.

Der ADAC Saarland warnt vor einer Schließung der Güdinger Schleuse und argumentiert ähnlich wie Minister Heiko Maas und Regionalverbandsdirektor Gillo mit dem Schaden für den Tourismus. Das Aus für die Schleuse wäre ein herber Rückschlag für den Tourismus auf dem Wasser, den die Organisationen in unserer Region ja gerade stärken wollten. Wegen des fehlenden Zugangs zum französischen Kanalnetz wäre dann zum Beispiel die "Kleine Sauerkrauttour" nicht mehr möglich. Nun, da Frankreich Schleusen in Stand setze und Anleger oder Sportboothäfen baue, wäre es ein falsches Signal, fiele das von der Bundesregierung beschworene Zusammenwachsen Europas dem Rotstift zum Opfer. Nicht zuletzt würde eine Schließung der Schleuse Güdingen die Fahrgastschifffahrt nach Saargemünd unterbinden, das noch zarte Pflänzchen Hausbootvermietung zertreten und die zahlreichen Sportboote treffen.

Damit käme der wachsende Flusstourismus zwischen Deutschland und Frankreich praktisch zum Erliegen. Das sind nach Ansicht des ADAC Saarland "genügend Gründe, um das Vorhaben ,Schließung der Güdinger Schleuse' nochmals zu überdenken und neu zu bewerten".