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Wandern, wo einst ein Raubritter hauste

Bürgermeister Armin Emanuel eröffnete den Raubritterpfad bei Limbach. Eric Glansdorp berichtete von der historischen Bedeutung der Bergkuppe in der Primsschleife. Foto: Fred Kiefer
Bürgermeister Armin Emanuel eröffnete den Raubritterpfad bei Limbach. Eric Glansdorp berichtete von der historischen Bedeutung der Bergkuppe in der Primsschleife. Foto: Fred Kiefer
Schmelz-Limbach. Südlich der Primsschleife zwischen Schmelz und Limbach erhebt sich eine 330 Meter hohe Bergkuppe mit imposanten Resten der einstigen Höhenbefestigungsanlage Birg. Ausgrabungen zwischen 1972 und 1986 ergaben, dass bereits die Kelten im ersten Jahrhundert vor Christus an dieser Stelle eine Wehranlage erbauten

Schmelz-Limbach. Südlich der Primsschleife zwischen Schmelz und Limbach erhebt sich eine 330 Meter hohe Bergkuppe mit imposanten Resten der einstigen Höhenbefestigungsanlage Birg. Ausgrabungen zwischen 1972 und 1986 ergaben, dass bereits die Kelten im ersten Jahrhundert vor Christus an dieser Stelle eine Wehranlage erbauten.In spätrömischer Zeit wurde die zwischenzeitlich verfallene Anlage neu angelegt und mit einer Mauer umgeben. Zu deren Bau wurden auch Steine in der Nähe liegender römischer Grabdenkmäler verwendet.


Im Mittelalter wurde vor allem die Oberburg genutzt. Laut einer Sage soll der Raubritter "Birg-Peter" von der Burg aus sein Unwesen getrieben haben.

Vor zwei Jahren begann das Archäologiebüro Glansdorp, die Anlage im Auftrag der Gemeinde Schmelz nach Richtlinien des Denkmalschutzes in Wert zu setzen. Zu diesem geschichtsträchtigen Punkt führt der neue 3,2 Kilometer lange Kulturwanderweg, der jetzt der Öffentlichkeit übergeben wurde.

150 Bürger hatten sich unter Führung des Schmelzer Bürgermeisters Emanuel auf den Weg gemacht, um den Hang und den Hügel oberhalb der Prims mit seiner geschichts-trächtigen Vergangenheit zu erkunden.

Eric Glansdorp vom gleichnamigen Archäologiebüro in Tholey-Neipel erzählte an den sieben am Weg aufgestellten Infotafeln die spannende Geschichte des "Birg-Peter". Außerdem erläuterte der Archäologe die verschiedenen Bauphasen der Wehranlage und die neuesten Forschungsergebnisse seines Büros zur Besiedlung der Bergkuppe.



Der Aachener Autor Michael Kühn ergänzte die Vorträge mit einer Lesung über ein fiktives Gefecht in der spätrömischen Romantrilogie Marcus.

Bürgermeister Emanuel freute sich über das große Interesse der Leute an dem neuen Wanderweg: "Es kamen mehr Leute, als wir erwartet hatten. Dank der Ausführungen von Glansdorp haben wir eine informative und spannende Wanderung erlebt." Die Wanderung war an der letzten Schautafel des Raubritterpfades noch nicht zu Ende, sondern führte weiter zum neuen Aussichtsturm Großer Horst oberhalb des Michelbacher Steinbruchs.

Von diesem Punkt aus reicht der Blick nicht nur in den Steinbruch, sondern weit über den Ort Schmelz hinweg ins Land.

Am Ende der neun Kilometer langen, abwechslungsreichen Wanderstrecke warteten auf die Wanderer nach einem römischen Rezept zubereitete Frikadellen mit Getreidebrei, angerichtet von der Vereinsgemeinschaft Dorf im Bohnental. aki

"Wir haben eine informative und spannende Wanderung erlebt."

Bürgermeister Armin Emanuel