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Wald kommt gesund durch den Winter

Dieser Frostspanner frisst sich am Eichenblatt satt. Foto: hth
Dieser Frostspanner frisst sich am Eichenblatt satt. Foto: hth
Saarbrücken. Der lang anhaltende Winter hat der Natur und besonders dem Wald nicht geschadet. Das erklärte Förster Norbert Maurer von der Stabsstelle Waldökologie und Nachhaltigkeit des Saar-Forst-Landesbetriebes jetzt bei einem Waldrundgang mit der SZ in Saarbrücken-Von der Heydt. "Es war ein richtig guter Winter, so wie er sein soll", sagte er Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Saarbrücken. Der lang anhaltende Winter hat der Natur und besonders dem Wald nicht geschadet. Das erklärte Förster Norbert Maurer von der Stabsstelle Waldökologie und Nachhaltigkeit des Saar-Forst-Landesbetriebes jetzt bei einem Waldrundgang mit der SZ in Saarbrücken-Von der Heydt. "Es war ein richtig guter Winter, so wie er sein soll", sagte er. Der Wald habe die Frostperiode gut überstanden, allerdings hätten das auch die Schädlinge.


Was der Mensch jedoch als Schädling sieht, muss für die Natur längst noch nicht schädlich sein. Zum Biokreislauf des Waldes gehörten eben auch "kleine Übeltäter", wie der Borkenkäfer, der Eichenprozessionsspinner oder "die Eichenschadgesellschaft". Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Zahl von blattfressenden Schädlingen, die es fast ausschließlich auf die Eiche abgesehen haben. Der Eichenwickler und der kleine Frostspanner sind am häufigsten auftretenden Arten. "Die Eiche ist jedoch robust und steckt das in aller Regel weg", erklärte Maurer. Selbst kahl gefressene Bäume könnten sich im Laufe eines Jahres wieder erholen und neues Laub bilden, was sich "Johannistrieb" nenne.

Derzeit beobachteten die Förster die Entwicklung der Schädlinge, so Maurer. Ein feucht-kühles Klima über den Frühling und Sommer hinweg würde die Population von Schädlingen im Rahmen halten. Vor allem der Borkenkäfer, der sich hinter seiner Nadelbaumrinde "richtig wohl fühle", würde darunter leiden. Denn dieses Klima sorgt für einen Pilzbefall, der den Lebensraum von Borkenkäfern zerstört.

Insgesamt 38 258 Hektar Wald bewirtschaftet der Saarforst nach eigenen Angaben. Der Zuwachs an Holz beträgt zwölf Festmeter pro Hektar und Jahr, erklärte der Förster. Davon wird jedoch nur knapp die Hälfte für die Holzwirtschaft genutzt. Die Buche hat mit einem Drittel den größten Anteil der Baumarten. Und weil der Erhalt und die Entwicklung von Buchenwald-Ökosystemen eine wichtige Rolle in der saarländischen Biodiversitätsstrategie (Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt) spielt, pflegt der Saarforst bei Von der Heydt einen über 200 Jahre alten Buchenwald als Schauobjekt. Die Motorsäge hat dort Arbeitsverbot, die Natur darf sich hier frei entfalten. Auf etwa vier Hektar werden Buchen, angefangen von ganz jungen Trieben bis hin zu uralten Bäumen, geschützt und beobachtet.