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Waffenhändler aus dem Saarland soll dreieinhalb Jahre hinter Gitter

Saarbrücken. Der Geschäftsmann mit eigenem Laden hatte gestanden, dass er in den Jahren 2005 bis 2008 etwa 100 Pistolen und Revolver mit herausgefrästen Seriennummern an einen belgischen Großabnehmer veräußerte, insgesamt 15 Lieferungen. Zudem verkaufte er eine Pistole in Luxemburg einem Interessenten. Der entpuppte sich aber als verdeckter Ermittler des Bundeskriminalamtes

Saarbrücken. Der Geschäftsmann mit eigenem Laden hatte gestanden, dass er in den Jahren 2005 bis 2008 etwa 100 Pistolen und Revolver mit herausgefrästen Seriennummern an einen belgischen Großabnehmer veräußerte, insgesamt 15 Lieferungen. Zudem verkaufte er eine Pistole in Luxemburg einem Interessenten. Der entpuppte sich aber als verdeckter Ermittler des Bundeskriminalamtes. Dieses Geschäft kostete den Saarländer erst seine Lizenz als Waffenhändler und dann seine Freiheit. Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurde er 2008 verhaftet. Die Fahnder entdeckten, dass der Saarwellinger 638 Handfeuerwaffen und sieben Maschinenpistolen illegal gebunkert hatte. Für jeden normal denkenden Menschen wäre der Fall klar, so der Oberstaatsanwalt. Das Ganze war ein illegaler Waffenhandel. Das komplizierte und verwinkelte Waffengesetz sehe das aber etwas anders. Danach sei das Verkaufen von 100 Pistolen, die am Ende bei Kriminellen in Belgien, Irland oder Spanien landen, nur die Beihilfe zum illegalen Waffenbesitz des Käufers. Denn der Verkäufer aus Saarwellingen habe ja eine Verkaufslizenz gehabt und deshalb Waffen eigentlich verkaufen dürfen. Im Extremfall mit einem Verkaufswagen auf dem Markt und an jeden, der vorbei kommt. Absurd. Es zeige, das die Waffenlobby fleißig in Richtung Waffenhandel gearbeitet habe. Obwohl man sich frage: "Wer braucht eigentlich solche schrecklichen Schusswaffen?"Die Verteidiger reagierten empört, wiesen den Lobbyismus-Vorwurf zurück. Es sei doch keine Schande mit Waffen zu handeln. Ein Anwalt weiter: Das mit den schrecklichen Schusswaffen sei ihm zuwider. Jede Sache sei schrecklich, wenn man schreckliche Dinge damit tue. Also gebe es auch schreckliche Autos, schreckliche Baseballschläger, schreckliche Feuerlöscher. wi