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Saarland-Besuch
„Wäre er nur 20 Jahre jünger“

In das Gästebuch der Stadt Saarbrücken hat sich außer Til Schweiger auch schon Geiger David Garrett eingetragen.
In das Gästebuch der Stadt Saarbrücken hat sich außer Til Schweiger auch schon Geiger David Garrett eingetragen. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Der Schauspieler hat Charlotte Britz und seine Fans im Saarbrücker Rathaus besucht. Von Patricia Heine

Er ist wirklich da. Hier, im Saarland. Das war sein Versprechen. Ein Besuch. Auch, wenn er nur kurz ist. Viele Worte hat Til Schweiger (53) am Montag an seine Fans im Saarbrücker Rathaus nicht gerichtet.


„Guten Tach, wer will eine Autogrammkarte? Ich habe ganz viele vorgeschrieben“, begrüßt er seine Fans im Rathausfestsaal. Unpersönlich. Distanziert.

Rund 100 Leute sind gekommen, um ihn zu sehen. Einmal anfassen. Ein Selfie. Ein Autogramm. „Er sieht so gut aus. Wäre er nur 20 Jahre jünger“, ruft ein Mädchen. „Meine Lehrerin hat mich extra eine Stunde früher aus der Schule gelassen“, erzählt ein Junge. Aber auch Schweigers Generation drängt sich in die erste Reihe. Der 46-jährige Gerd Frank etwa. Er mag nicht nur Schweigers Filme, auch seine Persönlichkeit. „Er eckt an, das macht ihn aus“, erzählt er.

Gerade weil Schweiger aneckt, ist er ins Saarland gekommen. Eine Saarländerin klagte vor dem Landgericht gegen den Schauspieler. Es ging um einen Facebook-Beitrag. Eine private Nachricht, die sie an Schweiger geschrieben hatte. Dieser veröffentlichte sie auf seiner Facebookseite. Die 58-Jährige wollte, dass Schweiger den Eintrag löscht. Das Gericht wies die Klage ab. Zu dem Gerichtstermin vor einigen Wochen war der Schauspieler nicht erschienen. Seinen Saarland-Besuch wolle er aber nachholen, versprach er via Facebook. Ein Mann. Ein Wort. Gestern machte er es wahr. Nach seinen Spielregeln.

Um 13 Uhr fällt die Holztür zu Charlotte Britz Büro zu. Gerade einmal zwei Fotografen und ein Kameramann dürfen rein. Das war Schweigers Ansage. Die restlichen Journalisten und Fans müssen draußen warten. Die Oberbürgermeisterin hatte Schweiger in einem persönlichen Brief in ihr Rathaus eingeladen. Dort trägt sich der Schauspieler am Montag in das Gästebuch der Stadt ein. Danach geht das Blitzlichtgewitter los. Mittendrin Til Schweiger. Drei Personenschützer lassen die Fans zu ihm. „Ihr könnt eure Handys schon vorbereiten, dann geht es schneller“, sagt Schweiger. Ein Lächeln kommt ihm selten über die Lippen. Er wirkt angespannt. In seinem Strickpulli und der Schlabber-Jeans. Das Saarland zeigt sich dem Promi an diesem Tag aber auch nicht von seiner Sonnenseite. Schweiger habe vor Regen kaum die Hand vor Augen gesehen. Aber: „Saarbrücken ist ein hübsches Städtchen. Ich bin froh, dass ich wieder hier bin“, sagt der Hamburger. 1993 war Til Schweiger schon einmal zu Gast. Damals erhielt er beim Max-Ophüls-Festival den Preis als bester Nachwuchsschauspieler. Zum 40. Jubiläum des Festivals, 2019, will Schweiger wieder kommen. Das kündigt er am Dienstag an.



Dann kann er das Saarland erneut aufwirbeln. Nicht bei Gericht, sondern in den Kinosälen. Der Prozess um den Facebook-Eintrag ist zwar zunächst beendet. Aber bedeutet das für Til Schweiger Frieden? Nicht ganz. Gegen Leute, die ihren Hass auf seiner Facebook-Seite abladen wollen, setze er sich zur Wehr: „Das ist meine Seite. Da kann ich schreiben, was ich will. Das ist mein gutes Recht.“