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Vorwurf des Kahlschlags in der Bäderlandschaft

Saarbrücken. Der Saarländische Schwimmbund (SSB) wirft Saarbrückens Bürgermeister und Finanzdezernent Ralf Latz (SPD) vor, "in der Bäderlandschaft offenbar einen Kahlschlag im Sinn zu haben"

Saarbrücken. Der Saarländische Schwimmbund (SSB) wirft Saarbrückens Bürgermeister und Finanzdezernent Ralf Latz (SPD) vor, "in der Bäderlandschaft offenbar einen Kahlschlag im Sinn zu haben".


"Koste es, was es wolle"

"Bei allem Ärger, den Sie den Saarbrücker Schwimmvereinen durch Ihr unverantwortliches Handeln in Sachen Vertragsgestaltung mit dem neuen Betreiber des Calypso-Spaßbades beschert haben", schreiben SSB-Präsident Bernd Coen und SSB-Ehrenpräsident Norbert Kugler in einem Brief an Latz, habe er bei "der Erläuterung des Jahreshaushalts 2013 der Stadt die Gelegenheit genutzt", sein "Steckenpferd Bäderschließungen weiter zu reiten, koste es was es wolle". Nachdem Latz zu Beginn seiner Amtszeit mit einer "Hau-Ruck-Aktion" versucht habe, das Bad in Fechingen zu schließen und damit ebenso am Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert sei wie mit dem Versuch, die Vereine und Schulen aus dem Calypso zu vertreiben, mache er nun "das nächste Fass auf".



"Keine solide Planung"

Dass Latz weitere Sparmaßen bei den Bädern ankündigt und sich dabei nicht nur auf das Gutachten der Wirtschaftsprüfer Roedl & Partner aus 2010 stützt, sondern auf das Gutachten der Firma, die auch das Calypso betreibt, deute auf seine "hellseherischen Fähigkeiten hin - aber nicht auf solide Planung". Das Gutachten, dass für 60 000 Euro beim Calypso-Betreiber in Auftrag gegeben wurde, liege nämlich noch gar nicht vor.

Coen und Kugler fordern den Bürgermeister auf, die Bäder zu erhalten und die Trainingsmöglichkeiten für Schulen und Vereine aufrecht zu erhalten. Er soll, raten die beiden, "auf ein anderes Steckenpferd umsatteln". ols