Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:09 Uhr

Vor 65 Jahren starben auf der Bellevue 16 junge Luftwaffenhelfer

Saarbrücken. Natürlich geht es bei den monatlichen Treffen der ehemaligen Flakhelfer der Batterie 4/631 von der Saarbrücker Bellevue nicht nur um diesen einen Tag, den 11. Mai 1944. Damals starben 16 von ihnen bei einem Bombenangriff der Alliierten auf Saarbrücken Von SZ-Redakteur Peter Wagner

Saarbrücken. Natürlich geht es bei den monatlichen Treffen der ehemaligen Flakhelfer der Batterie 4/631 von der Saarbrücker Bellevue nicht nur um diesen einen Tag, den 11. Mai 1944. Damals starben 16 von ihnen bei einem Bombenangriff der Alliierten auf Saarbrücken. Die überlebt haben und sich seit 20 Jahren wieder regelmäßig, mit den Frauen, zu Abend- oder Mittagessen an Donnerstagen treffen, reden über ihre Kinder, über die Krankheiten, über Reparaturen am Haus oder über Fußball. Fußball hilft übrigens Außenstehenden zu begreifen, wie diese heute 80- bis 83-jährigen Männer damals "getickt" haben. Da waren sie 15 bis 17 Jahre alt und eigentlich Schüler der Staatlichen Oberrealschule Horst-Wessel. Der Krieg war so gut wie verloren, genügend Soldaten nicht mehr verfügbar, da bildeten die Nazis sie zu Kriegshelfern an der Heimatfront aus, nahmen sie aus den Familien und kasernierten sie in der Nähe von Abwehrgeschützen. Dort waren auch russische Kriegsgefangene zu Hilfsdiensten gezwungen, mussten Munition schleppen, um im Ernstfall die eigenen Verbündeten abzuschießen. Ernst Weber und Gerhard Reuther, zwei der Schüler-Soldaten, erinnern sich, dass sie in diesem Frühjahr 1944 ein Fußballspiel gegen die Russen austrugen. Hätten Nazigrößen erfahren, dass deutsche Kriegshelfer der Lufwaffe mit Gefangenen des Kriegsfeindes freundschaftlichen Umgang pflegten, hätte dies Verfolgung nach sich ziehen können. Für die unpolitischen Schüler waren die Russen "nette Kerle", denen man auch mal ein Brot zusteckte. Überhaupt kam den Heranwachsenden der Kriegshilfsdienst wie ein Abenteuer vor, zumal im Saarbrücker "Soldaten-Alltag" nie Bomben in der Nähe eingeschlagen waren. Der Feind war nicht konkret. Dass sie missbraucht wurden, erkannten die Heranwachsenden erst später. Dies hier war Spannung, Freiheit von der Schule, obwohl es auch in den Baracken täglichen Unterricht gab. Sie waren unkritisch. Dann fielen wie aus dem Nichts am 11. Mai die Bomben, die durch Zufall über Leben und Tod entschieden. An die 16 toten Schüler erinnert ein Gedenkstein auf der Bellevue. Jahr für Jahr am 11. Mai, diesmal um 15 Uhr, legen die Überlebenden, etwa ein Dutzend Männer, einen Kranz nieder, selbstverständlich zur Mahnung. Was man daraus lernen kann und soll? Macht nie mehr Kinder zu Soldaten, geht raus in die Welt und schaut Euch die Leute an, von denen Politiker sagen, sie seien Feinde. Macht Euch ein Bild von den Dingen, lernt aus der Geschichte, lasst Euch nicht von falschen Propheten auf falsche Wege führen.