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Vom Wald vor die Haustür

Bei glühender Hitze sägen freiwillige Helfer das Holz in Mosberg-Richweiler. Foto: Jennifer Sick
Bei glühender Hitze sägen freiwillige Helfer das Holz in Mosberg-Richweiler. Foto: Jennifer Sick FOTO: Jennifer Sick
Mosberg-Richweiler. Um Einwohnern von Mosberg-Richweiler das Heizen zu erleichtern, hat der Ortsrat 250 Meter Brennholz bestellt. Ein Teil des Holzes wird nun von Freiwilligen zurechtgesägt, gestapelt und ausgeliefert. Von SZ-MitarbeiterinJennifer Sick

"Wir holen ihnen den Wald vor die Haustür" heißt es zurzeit in Mosberg-Richweiler. Doch als Wald kann man die 100 Meter Holz, die seit zwei Wochen auf dem Dorfgemeinschaftsplatz liegen, streng genommen eigentlich nicht mehr bezeichnen. Denn es handelt sich um Brennholz, hauptsächlich Buche, geringe Teile Eiche. Trotzdem macht der Spruch Sinn, denn mit ihm bewirbt der Ortsrat von Mosberg-Richweiler seine neueste Idee, mit der er den Einwohnern des kleinen Örtchens das Leben leichter machen will. "Das Problem, das wir hier haben, ist, dass Brennholz von Saarforst entweder nur im Wald angeboten wird oder eben mit sehr hohen Anlieferungskosten", erklärt Ortsvorsteher Thomas Pirali. Um den Leuten beides zu ersparen, hat man insgesamt 250 Meter Brennholz bestellt. 125 Meter wurden direkt und ohne Aufarbeitung an Haushalte geliefert, die das Holz schon vorbestellt hatten. 25 Meter hat sich der Ortsrat reserviert. "Wir möchten daraus Schwenkerholz herstellen und es verkaufen", teilt Pirali mit.

Die verbliebenen 100 Meter wurden zentral auf den Dorfgemeinschaftsplatz gebracht, wo sie nun von Ortsratsmitgliedern und vielen freiwilligen Helfern aufgearbeitet werden. An zwei Samstagen haben die Männer bereits 50 Meter Holz zur Auslieferung fertigstellen können, die anderen 50 folgen an den nächsten beiden Wochenenden. Pro Tag sägen, sortieren und stapeln die Freiwilligen gute sechs Stunden lang, um der Dorfgemeinschaft das bearbeitete Holz kostengünstig zur Verfügung stellen zu können. Bezahlt werden muss dann nur das Material selbst, Aufarbeitung und Anlieferung sind kostenlos. Doch wer jetzt noch auf die Idee kommt, etwas von dem Holz erwerben zu wollen, der ist zu spät. Alles Holz ist bereits vergeben, denn der Ortsrat hat nur die Mengen an Holz gekauft, die von den Einwohnern Mosberg-Richweilers im Voraus auch bestellt worden waren.

Hinter der aufwendigen Aktion, die jetzt noch drei Wochen weiter gehen und - so Pirali - mit einem großen, gemeinsamen Grillfest enden wird, steht weit mehr als nur der Gedanke, den Einwohnern einen kostengünstigen Zugang zu Brennholz zu gewähren. "Wir möchten damit vor allem auch das Gemeinschaftsdenken im Dorf weiter stärken", erklärt Pirali. Denn man habe festgestellt, dass dieses in den vergangenen Jahren doch etwas nachgelassen habe. Zusätzlich zu vielen anderen Aktionen, die es vor allem auch Zugezogenen erleichtern sollten, in die Gemeinschaft einzufinden, ist dies nun der nächste Schritt auf einem Weg, der den früheren Zusammenhalt von Mosberg-Richweiler wieder herstellen soll.