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Vom Einödhof zum Ortsteil

Wahrzeichen im heutigen Holz: der Wasserturm. Foto: SZ/Engel
Wahrzeichen im heutigen Holz: der Wasserturm. Foto: SZ/Engel
Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Holz am 7. Oktober 1344. Mittlerweile über 660 Jahre zählt der heutige Ortsteil von Heusweiler, in dem einst große Waldrodungen statt fanden, wie der Chronik zum 650. Jubiläum des Ortes zu entnehmen ist. So liegt der Ursprung des Ortsnamen "Holz" wohl in diesen Rodungen in der Vergangenheit begründet

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Holz am 7. Oktober 1344. Mittlerweile über 660 Jahre zählt der heutige Ortsteil von Heusweiler, in dem einst große Waldrodungen statt fanden, wie der Chronik zum 650. Jubiläum des Ortes zu entnehmen ist. So liegt der Ursprung des Ortsnamen "Holz" wohl in diesen Rodungen in der Vergangenheit begründet. Der Einödhof Holz war von einem Bauern gegründet worden und lag auf ebenem Gelände, das von drei Seiten mit schützendem Wald umgeben war. Noch heute zeugt der Straßenname "Am Hof" von der historischen Bedeutung des Dorfkerns. Vermutlich unterstand der Hof dem Hochgericht Wahlschied. Der Holzer Sandboden jedoch erleichterte den Bauern nicht immer ihr Dasein. Die Ernten der Dreifelderwirtschaft, die man in Holz betrieb, waren häufig nicht üppig genug und noch Mitte des 18. Jahrhunderts waren sowohl Ackerbau als auch Vieh in keinem guten Zustand.


Heizen mit Steinkohle

Die Steinkohle wurde 1765 erstmals zum Heizen der Häuser und nicht mehr nur für die Schmiede- und Kalkbrennarbeit verwendet. So entstand die Berechtigungskohle. In Angst und Schrecken versetzten die Wildschweine die Bewohner des Dorfes, weshalb man immer dankbar war, wenn eine Treibjagd auf die so genannten "Schwarzkittel" veranstaltet wurde. Die Bauern durften selbst nicht gegen die Wildschweine handeln, die Schäden ersetzte man ihnen jedoch auch nicht. Der Druck, den die Grafen und Fürsten Saarbrückens auf die saarländischen Bauern ausübten, führte nicht selten dazu, dass sie nach Amerika auswanderten, einige Holzer verließen im 19. Jahrhundert das Dorf, um sich eine Existenz in Amerika aufzubauen.



Da die Landwirtschaft trotz der angeordneten Reformen auch um 1800 noch immer keine Besserung erlebte, musste sie schließlich umgestellt werden. Die Hungerjahre endeten gegen 1820. 1849 erreichte die Revolution auch das Saarland, und viele Holzer enthielten sich von den Wahlen zum preußischen Landtag. Bis der Hof Holz schließlich aufgehoben wurde, bestand er aus einigen wenigen Häusern, den Häusern Wagner, Freudenberger, Hoffärber sowie dem Alt Wewersch Haus und dem Alt-Schreinersch Haus und drei weiteren Gebäuden. Der alte Hofbrunnen wurde nach dem Ersten Weltkrieg abgebaut.

Auch der Bergbau war von großer Bedeutung für das Dorf, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Gruben Dilsburg, Camphausen und Göttelborn befanden. Als Symbol dieses Wirtschafswunders bestehen noch heute die Überreste des 1912 eröffneten Schachts in Holz.

Sagen und Erzählungen

Zu den althergebrachten Sagen aus Holz zählt unter anderem die Geschichte vom Hirwelkloos, der sich gegen die auf der Bietschieder Höhe exerzierenden Kosaken zur Wehr setzte, indem er einen von ihnen erschlug, als er ihm ein Pferd stehlen wollte. Eine andere Erzählung besagt, der Schinderhannes habe in den Holzer Wäldern sein Unwesen getrieben. Den Spitznamen "Geißediwwel" verdanken die Holzer dem Geißendieb Theobald Christmann, der im Wald Rehe stahl. Eine andere Version der Geschichte besagt, dass der Vorname Theobald sich in Thiebold und schließlich im Dialekt in "Diwwel" gewandelt habe und der Geißediwwel der listigste unter den Wilddieben der damaligen Zeit gewesen sei. Er war der Überlieferung zu Folge im Köllertal von den einen als Held angesehen, der die Obrigkeit an der Nase herumführte, für die anderen ein gefürchteter Verbrecher. red