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Völklinger Wahl-Freiheit

Normalerweise merkt man es in unserer Region nicht, wann und wo man Grenzen überschreitet. Staatsgrenze? Wenn einem auffällt, dass man das Land gewechselt hat - weil Straßenschilder und Reklame eine andere Sprache sprechen -, hat man sie längst hinter sich

Normalerweise merkt man es in unserer Region nicht, wann und wo man Grenzen überschreitet. Staatsgrenze? Wenn einem auffällt, dass man das Land gewechselt hat - weil Straßenschilder und Reklame eine andere Sprache sprechen -, hat man sie längst hinter sich. Kommunale Grenzen? Orte gehen oft ineinander über, sehen ähnlich aus; wo, beispielsweise, Völklingen aufhört und der Saarbrücker Westen beginnt, lässt sich durch reinen Augenschein nicht feststellen.



In diesen Wochen ist das anders, Stadtgrenzen lassen sich nicht übersehen. Nehmen wir mal die Strecke von Klarenthal über Fenne nach Fürstenhausen. Kreisstraße in Klarenthal: Papierene Gesichter lächeln von jedem Straßenlaternen- und Ampel-Mast, mal von roter, mal von schwarzer, besonders häufig von blaugelber Schrift umgeben. Saarbrücker Straße in Fenne: Masten, Bäume - und kein Papiergesicht, nirgends. Bis irgendwann ein Streifchen Grün am Straßenrand kommt mit einem großen Holzgerüst drauf. Dort kleben sie dann, die Wahlkämpfer. Und nur dort.

Man kann sie sich anschauen oder es bleiben lassen - Völklinger Wähler sind da völlig frei. Ein ganz neues Wahl-Gefühl. Das hat was.