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Völklinger Lions Club spendet für Flutopfer

Anfang Juni trat die Weiße Elster in Greiz über ihre Ufer und richtete in und an zahlreichen Häusern großen Schaden an. Fotos: Lions Club Greiz (1), Vogtlandspiegel (2)
Anfang Juni trat die Weiße Elster in Greiz über ihre Ufer und richtete in und an zahlreichen Häusern großen Schaden an. Fotos: Lions Club Greiz (1), Vogtlandspiegel (2)
Völklingen. Die Flutkatastrophe in großen Teilen Deutschlands in diesem Jahr hat auch den Lions Club in Völklingen dazu bewegt, beim Wiederaufbau zu helfen. Nach eigener Recherche im Internet spendeten die Mitglieder nach Greiz in Thüringen.

Die dramatischen Bilder vom Jahrhunderthochwasser in Bayern und im Osten unseres Landes werden noch viele vor Augen haben. Tagelang kämpften die Einwohner in großer Solidarität zusammen mit den Hilfskräften, um das Schlimmste abzuwenden - was aber nur teilweise gelang.

Auch der Völklinger Lions Club machte es sich zur Aufgabe, eine möglichst effektive Form der Hilfe zu finden. Da Club und das angeschlossene Lions Hilfswerk Völklingen/Saar e.V. es bevorzugen, ohne Umwege über weitere Organisationen Spenden direkt vor Ort einzusetzen, recherchierten die Mitglieder im Internet und fanden schließlich einen Aufruf auf der Webseite des Lions Clubs Greiz in Ostthüringen. Dort hatte man angesichts der rund 40 Millionen Euro Schäden, die das Hochwasser in der 22 000-Einwohnerstadt an der Weißen Elster verursacht hatte, zu Spenden aufgerufen. Am 3. Juni erreichte Greiz, auch "Perle des Vogtlandes" genannt, der höchste Wasserstand, der je an dem sonst so ruhig dahinfließenden Flüsschen gemessen wurde: auf knapp sechs Meter lag der Pegel, über dreimal so viel wie im Normalfall. Allein im Greizer Park rund um das Schloss entstanden "Schäden apokalyptischen Ausmaßes" in Höhe von 2,6 Millionen Euro, wie es der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ausdrückte.

Kein langes Zögern

Die Völklinger Löwen reagierten sofort, wie sie mitteilen, und spendeten 5000 Euro. So konnte der Lions-Club in Greiz zusammen mit dem dortigen Industrieforum - vergleichbar mit dem Völklinger Wirtschaftskreis - inklusive der saarländischen Spende bereits über 40 000 Euro direkt an Hochwasseropfer zur Verfügung stellen. Das Geld aus Völklingen wurde geteilt und jeweils zwei Familien zur Verfügung gestellt, die durch das Hochwasser der Weißen Elster ihre geschäftliche Existenz komplett verloren hatten. 2500 Euro gingen an die Familie Salden, die eine Schafskäserei betreibt und ihr gesamtes Hab und Gut verloren hatte. Die andere Hälfte ging an Silvio Müller, der eine direkt am Fluss gelegene Gaststätte, die Clodramühle, führt und ebenfalls vor dem Nichts steht. Der Völklinger Lions-Präsident Harald Handel dazu: "Mit unserer Spende haben wir nicht nur zwei Flutopfern direkt helfen können, sondern es kam auch ein überaus netter Kontakt zum Lions Club Greiz zustande."

Natürlich seien die Spenden der Lions Clubs aus Greiz und aus Völklingen in Anbetracht der immensen Schäden alleine in der Stadt und im Landkreis Greiz nur ein Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Stein, sagen die Löwen, zumindest aber hätten sie den Familien und kleinen Unternehmen weiterhelfen können, die keine Elementarversicherungen hatten und so schnell auch keine öffentlichen Zuschüsse bekommen konnten. "Wir haben das Lions-Motto ‚We serve - Wir dienen' mal wieder wörtlich genommen und sind damit auf dankbare Resonanz gestoßen", so die Präsidentin des Lions Clubs Greiz, Reinhilde Limmer.

Der Lions Club Völklingen möchte auch weiterhin Spenden für die Flutopfer in Greiz sammeln. Wer sich daran beteiligen will - natürlich gegen eine Spendenbescheinigung des Lions Hilfswerks Völklingen/Saar e.V. - kann unter dem Stichwort "Hochwasserhilfe Greiz" seinen Beitrag zur Milderung der Not der Hochwasseropfer in dem thüringischen Städtchen auf das Konto 4 85 08 90 bei der HypoVereinsbank Völklingen (BLZ 59 02 00 90) überweisen. Die Völklinger Löwen werden die Spenden sofort weiterleiten, wie sie weiter mitteilen.



Nachdem der Pegel wieder gesunken war, offenbarte sich erst das Ausmaß der Zerstörung. Die Helfer und Anwohner mussten riesige Mengen an Unrat beiseite schaffen, wie hier in der Brückenstraße.
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