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Saarbrücken/Völklingen
Verwaltungsdirektor weist Vorwürfe zurück

Die SHG-Klinik in Völklingen beschäftigt 1200 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt bei über 100 Millionen Euro.
Die SHG-Klinik in Völklingen beschäftigt 1200 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt bei über 100 Millionen Euro. FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken/Völklingen. Staatsanwalt ermittelt wegen Betrugs- und Untreue-Verdachts gegen freigestellten Klinikchef Altmeyer. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat, so ihr Sprecher Mario Krah,  ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue gegen Rudolf Altmeyer,  Verwaltungschef der Klinik Völklingen der Saarland Heilstätten GmbH (SHG), eingeleitet. Anlass war ein Schreiben, das die SHG-Geschäftsführung über einen Anwalt   an die Ermittler adressiert hat. Wie bereits ausführlich berichtet, wird Altmeyer, der seit 35 Jahren in SHG-Diensten steht, vorgeworfen, er habe sich im Jahr 2014 ungerechtfertigt eine Leistungsprämie von rund 15 000 Euro auszahlen lassen. Er ist seit Ende vergangener Woche vom Dienst suspendiert.


Altmeyer, der sich nach Angaben aus seinem Umfeld in Urlaub befindet, hat sich derweil über den Saarbrücker Rechtsanwalt Daniel Thimig zu Wort gemeldet. In einer ausführlichen Stellungnahme an unsere Redaktion bestätigt er seine Freistellung als Verwaltungsdirektor der Klinik Völklingen. Wörtlich heißt es: „Die mir vorgeworfenen finanziellen Unregelmäßigkeiten weise ich jedoch zurück.“ Er habe sich keine Prämie erschlichen und keine Untreue begangen. Mit seinem Arbeitsvertrag sei die Zahlung einer jährlichen Leistungsprämie in Höhe von 15 000 Euro vereinbart. „Die Prämie wird ausgezahlt, wenn eine gewisse Umsatzrendite erreicht wird.“ Die Prämie für 2013 habe er im Sommer 2014 bei der Geschäftsführung beantragt. Aufsichtsrat und SHG-Gesellschafterversammlung hätten nach Beratung und Verabschiedung der Jahresabschlüsse 2013 „beschlossen, die mir arbeitsvertraglich zustehende Leistungsprämie auszuzahlen“. Diese sei dann von der Geschäftsführung zur Zahlung freigegeben worden. 2013 war Altmeyer als Verwaltungschef der Saarbrücker Sonnenberg-Kliniken tätig.

Altmeyer beteuert: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Er begrüße es ausdrücklich, dass sich die Staatsanwaltschaft mit den Vorgängen befassen wird. Wenn sich 2018 herausstelle, dass die Zahlung möglicherweise zu Unrecht erfolgte, müssten sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung fragen, „ob sie damals ihren Aufsichtspflichten ordnungsgemäß nachgekommen sind“.



SHG-Aufsichtsratschef ist Peter Gillo (SPD), Direktor des Regionalverbandes Saarbrücken, der auch Gesellschafter des Gesundheitskonzerns ist. Altmeyer ist für die SPD Mitglied der Regionalverbandsversammlung. Gillo erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Suspendierung und Einschaltung der Staatsanwaltschaft waren mit mir abgestimmt.“