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Vier Ulmer Türme in Heusweiler

Ein symptomatisches Bild: Die Spielerinnen des SSV Ulm jubeln, auf der anderen Seite des Netzes enttäuschte TBS-Spielerinnen. Foto: rup
Ein symptomatisches Bild: Die Spielerinnen des SSV Ulm jubeln, auf der anderen Seite des Netzes enttäuschte TBS-Spielerinnen. Foto: rup
Heusweiler. Das berühmte Münster der Stadt hat nur einen Turm, Frauenvolleyball-Drittligist SSV Ulm hat deren gleich vier. Wenn Anja Gensch, Birgit Thumm, Janina Gensch (jeweils 1,86 Meter groß) und Judith Basler (1,88 Meter) zum Block hochsteigen, können die "Ulmer Monster" jeden Gegner dieser Klasse "zumauern" Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Heusweiler. Das berühmte Münster der Stadt hat nur einen Turm, Frauenvolleyball-Drittligist SSV Ulm hat deren gleich vier. Wenn Anja Gensch, Birgit Thumm, Janina Gensch (jeweils 1,86 Meter groß) und Judith Basler (1,88 Meter) zum Block hochsteigen, können die "Ulmer Monster" jeden Gegner dieser Klasse "zumauern". Diese Erfahrung musste am Samstag auch der TBS Saarbrücken machen. Am Ende hieß es in der Sporthalle Heusweiler - der TBS musste wegen der Saarbrücker Hallenstadtmeisterschaft im Fußball ausweichen - 0:3 (19:25, 20:25, 25:27).Das Spiel war aber deutlich enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. "Es ist einfach ärgerlich, wenn wir die Fehler des Gegners nicht ausnutzen können", sagte TBS-Trainerin Nicole Surkovic, "wir brauchen einfach zu viele Chancen." Wie eng es war, spiegeln die letzten Ballwechsel wider. Beim Stand von 24:22 hatten die Ulmerinnen ihre ersten Matchbälle. Der TBS konterte - 23:24. Dann prügelte Maike Herrmann ein Ass zum Ausgleich ins Feld. Sekunden später landete ein Schmetterball der Physiotherapeutin Zentimeter im Aus. Ein Netzroller und ein starker Aufschlag von Ex-Nationalspielerin Birgit Thumm besiegelten das Schicksal der Saarländerinnen.


Wegen ihrer guten Trainingsleistung unter der Woche bekam Silke Scherer ihre Chance als Zuspielerin in der Anfangsformation. Das klappte bis zum 15:15 im ersten Durchgang sehr gut. Mit guten Aufschlägen setzte der TBS die Gäste unter Druck, spielte variabel im Angriff. "Wenn wir die großen Spielerinnen ins Laufen bekamen, hatten wir Vorteile", lobte Surkovic und ärgerte sich dann über die kleinen Fehler, die letztlich den Unterschied ausmachten. Und als beim 15:19 der Monsterblock der Gäste erstmals den "Saarbrücker Himmel" verdunkelte, war der Satz weg.

Der zweite Durchgang verlief ähnlich ausgeglichen, auch weil TBS-Libero Tina Kruse eine starke Partie ablieferte - trotz Handverletzung. "Ich wollte im ersten Satz den Block sichern und bin dabei mit Anette Trost zusammengestoßen", sagte die nur 1,61 Meter große 26-Jährige und präsentierte den angeschwollenen Daumen. Ulm spielte nicht nur seine Längenvorteile aus, sondern war auch taktisch irgendwie cleverer. "Immer wenn wir einen Lauf hatten, haben die den Boden wischen lassen", ärgerte sich Natalie Dier, die zum Ende des ersten Satzes Scherer ersetzte. "Der Hallenboden war etwas rutschig, wie man an den Abschürfungen an meinen Beinen sieht", sagte Tina Alles über die ungewohnte Spielstätte, "aber das war auf beiden Seiten des Netzes so."



In der Tabelle ist Ulm nun am TBS vorbeigezogen. Das Wort "Abstiegskampf" will man beim TBS trotz weiterhin nur zwei Zählern Vorsprung auf den zweiten Abstiegsplatz nicht aussprechen. "Diesen Trip im Kopf werden wir uns nicht geben", stellte Nicole Surkovic klar, "wir bleiben unserer Philosophie treu: wir wollen möglichst viele Spiele gewinnen. Dann haben wir am Ende genug Punkte, um in der Klasse zu bleiben." Die Leistung am vergangenen Samstag macht dafür weiter Mut, auch wenn Ulm diesmal ein paar Zentimeter zu groß war. "Wir brauchen einfach zu viele Chancen."

TBS-Trainerin Nicole Surkovic

Ein symptomatisches Bild: Die Spielerinnen des SSV Ulm jubeln, auf der anderen Seite des Netzes enttäuschte TBS-Spielerinnen. Foto: rup
Ein symptomatisches Bild: Die Spielerinnen des SSV Ulm jubeln, auf der anderen Seite des Netzes enttäuschte TBS-Spielerinnen. Foto: rup