| 20:16 Uhr

Vier Tore Vorsprung reichen nicht

Ganz starker Auftritt gegen den 1. FC Köln: Aleksandra Jelicic gehörte einmal mehr zu den Besten des TuS Neunkirchen. Foto: horst Klos
Ganz starker Auftritt gegen den 1. FC Köln: Aleksandra Jelicic gehörte einmal mehr zu den Besten des TuS Neunkirchen. Foto: horst Klos
Neunkirchen. Aleksandra Jelicic vom TuS Neunkirchen stand am Samstagabend nach der Schluss-Sirene an der Seitenlinie des Spielfeldes und wirkte ein wenig ratlos. Auf die Frage, ob denn nach dem 30:30 in der Handball-Drittligapartie gegen den 1. FC Köln das lachende oder das weinende Auge überwiegt, hatte die 38-jährige Spielmacherin nicht sofort eine Antwort parat Von SZ-Mitarbeiter Mirko Reuther

Neunkirchen. Aleksandra Jelicic vom TuS Neunkirchen stand am Samstagabend nach der Schluss-Sirene an der Seitenlinie des Spielfeldes und wirkte ein wenig ratlos. Auf die Frage, ob denn nach dem 30:30 in der Handball-Drittligapartie gegen den 1. FC Köln das lachende oder das weinende Auge überwiegt, hatte die 38-jährige Spielmacherin nicht sofort eine Antwort parat.Einerseits hatte ihre Mannschaft gerade eine bärenstarke Leistung aufs Parkett gebracht und dem Tabellenzweiten aus der Domstadt in einem hochklassigen Spiel alles abverlangt. Andererseits hatten die TuS-Damen wenige Minuten vor dem Ende gegen den Aufstiegskandidaten noch mit vier Toren geführt. "Beides gleichermaßen", antwortete Jelicic dann auch, "wir haben super gekämpft, einen Punkt gegen den Abstieg eingefahren und gezeigt, dass wir an einem guten Tag auch mit den Spitzenteams der Liga mithalten können. Trotzdem ist es natürlich bitter, wenn man in kurzer Zeit solch eine Führung verspielt."



300 Zuschauer in der TuS-Halle hatten zunächst eine erste Halbzeit gesehen, in der sich die Gäste nach ausgeglichener Anfangsphase (5:5) Vorteile erarbeiten konnten. Vor allem die starke Kölner Rückraumschützin Gisa Klaunig (13 Tore) bekam die TuS-Abwehr in dieser Phase überhaupt nicht in den Griff - 12:8 für die Gäste hieß es folglich nach 20 Minuten. Wer aber geglaubt hatte, der Favorit würde nun locker davonziehen, sah sich getäuscht. Neunkirchen biss sich zurück in die Partie. Aleksandra Jelicic glänzte mit Übersicht und feinen Anspielen, Lea Schuhknecht als eiskalte Vollstreckerin. Kurz vor der Pause hatte die Mannschaft von Trainer Mirko Pesic das Spiel zur Überraschung der zahlreich mitgereisten Kölner Anhänger gedreht (17:16). Die Gäste schlugen jedoch postwendend zurück und gingen mit einem knappen Vorsprung in die Kabine (17:18).

Den besseren Start in den zweiten Spielabschnitt erwischten aber die hoch motivierten Neunkircherinnen, die durch fünf Tore in fünf Minuten wieder in Führung gingen (22:19). Köln antwortete zwar mit wütenden Angriffen und ließ sich in der Folgezeit nie ganz abschütteln. Aber als die um jeden Meter kämpfenden TuS-Damen durch einen krachenden Rückraumtreffer von Anja Diversy sechs Minuten vor dem Ende auf vier Tore davongezogen waren (29:25), schien das Spiel entschieden. Doch dann schwanden die Kräfte.

"Meine Mannschaft hat heute absolut alles aus sich herausgeholt. Deshalb bin ich mit dem Unentschieden zufrieden, auch wenn am Ende sogar der Sieg in Reichweite war", zog TuS-Trainer Pesic dennoch ein positives Fazit. Und auch bei Aleksandra Jelicic wird mit etwas Abstand sicher das lachende Auge überwiegen. Neunkirchen bleibt durch den Punkt mit 12:16 Zählern auf Rang acht der Tabelle und hat sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Die Tore für den TuS: Lea Schuhknecht (9), Aleksandra Jelicic (8), Miljana Cosic (5), Anja Diversy, Anja Severin (je 3), Nathalie Hochscheid, Lena Mirthes (je 1).