Eilmeldung

Eilmeldung : Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden

| 21:10 Uhr

Viele Studenten zieht es nach Trier

Saarbrücken. Immer weniger Abiturienten aus sozial schwächeren Familien schreiben sich an den saarländischen Hochschulen ein. Das zeigt die Studie "Studiengebühren und die Folgen - zur 'Gretchenfrage' der Bildungsfinanzierung" der Arbeitskammer des Saarlandes, die das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft durchgeführt hat Von SZ-Mitarbeiter Pascal Becher

Saarbrücken. Immer weniger Abiturienten aus sozial schwächeren Familien schreiben sich an den saarländischen Hochschulen ein. Das zeigt die Studie "Studiengebühren und die Folgen - zur 'Gretchenfrage' der Bildungsfinanzierung" der Arbeitskammer des Saarlandes, die das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft durchgeführt hat.



Neben Experteninterviews und Literaturrecherchen haben die Autoren auch 376 Studenten der Universität des Saarlandes und der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie 261 Schüler aus Gymnasien, Gesamtschulen und Fachoberschulen zum Thema befragt. Das Ergebnis: "Die Studiengebühren verstärken die soziale Selektion an den Hochschulen", sagte Heiko Breit vom iso-Institut am Mittwochabend bei der offiziellen Vorstellung der Studie. Dieser negative Trend sei gefährlich, so Breit weiter, da der drohende Fachkräftemangel durch den demografischen Wandel hoch sei und eigentlich mehr Schüler den Weg an die Hochschulen finden müssten. An der Saar-Uni haben sich aber im Wintersemester 2007/2008 nach Einführung der Studiengebühren 6,2 Prozent weniger Studenten ins erste Semester eingeschrieben als im Jahr zuvor. Im letzten Wintersemester wurde die Zahl der Erstsemester zwar leicht um 107 gesteigert. Die Zahlen liegen aber immer noch unter dem Wert des Wintersemesters 2006/2007.

Auffällig ist auch, dass die gestiegenen Studienkosten nach Angaben des iso-Instituts häufiger weibliche Studienberechtigte vom Studium abhalten. Die Befragten gaben an, dass ihnen die finanziellen Voraussetzungen für ein Studium fehlten, sie nicht bereit seien, neben dem Bafög-Darlehen weitere Schulden zu machen, und ihre finanziellen Möglichkeiten generell durch die Studiengebühren überschritten würden.

Die Studenten gehen angesichts der gestiegenen Kosten des Studiums bei der Wahl ihres Studiengangs kein Risiko ein. Sie orientieren sich daran, wie ihre späteren Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt vermutlich aussehen werden. Lehramt und Betriebswirtschaftslehre seien bei den Erstsemestern immer beliebter.

Und auch die Wahl des Studienorts wird stärker nach finanziellen Aspekten gefällt. Ein Indiz dafür sei, dass die Zahl der saarländischen Studenten an der Uni Trier im Wintersemester 2007/2008 um 13,5 Prozent zugenommen hat. Trier erhebt bei den Studenten keine Studiengebühren. Bei den befragten Schülern, die einen Studienplatz außerhalb des Saarlandes anstreben, spielten neben fachlichen Gründen die Studiengebühren den wichtigsten Grund für ihren Weggang.