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Öffentlicher Dienst
Mehr Bewerber für Finanzämter

04SZ-Bewerberzahlen
04SZ-Bewerberzahlen FOTO: SZ / Steffen, Michael
Saarbrücken. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die saarländische Finanzverwaltung hat anders als die Polizei und andere Behörden bislang kein Problem mit zurückgehenden Bewerberzahlen. Im Gegenteil: Für 2019 haben sich so viele junge Menschen für einen Job in einem Finanzamt beworben wie seit Jahren nicht mehr (siehe Grafik). Im gehobenen Dienst, für den Bewerber ein duales Studium absolvieren müssen, stieg die Zahl der Bewerber um fast 50 Prozent. Das Finanzministerium führt dies auf verstärkte Werbemaßnahmen zurück, etwa Jobmessen, Werbeanzeigen auf Bussen, Anzeigen in Mitteilungsblättern und der SZ sowie neue Online-Auftritte.


Das Finanzministerium veröffentlichte die Zahlen auf Anfrage unserer Zeitung, nachdem die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) erklärt hatte, die Bewerberzahlen seien vor über zehn Jahren stark eingebrochen. „Wir sind für jede/n Anwärter/in froh, der/die uns nicht vorzeitig wieder verlässt“, sagte die Landesvorsitzende Julia von Oetinger-Witte. Richtig daran ist, dass es eine gewisse Abwanderung aus der Steuerverwaltung gibt. Die von der DSTG genannte Zahl von 70 Abgängen in den vergangenen 32 Monaten bestätigt das Finanzministerium: 29 Bedienstete sind demnach zum Landesamt für Zentrale Dienste (LZD), dem IT-Dienstleistungszentrum oder ins Finanzministerium gewechselt, zehn in ein anderes Ressort, neun haben einen Antrag auf Entlassung gestellt, vier sind auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen zu einem Finanzamt außerhalb des Saarlandes gewechselt und 18 Anwärter haben auf eigenen Wunsch während ihrer Ausbildung einen Antrag auf Entlassung gestellt.Die naheliegende Vermutung, dass immer mehr junge Finanzbeamte nach ihrer Ausbildung eine lukrativere Stelle bei einem Steuerberater annehmen, kann die Steuerberaterkammer Saarland aber nicht bestätigen.

Das Finanzministerium betont, dass es die Zahl der Anwärter in der Finanzverwaltung erhöht habe. Allein in diesem Sommer seien 40 Anwärter im gehobenen Dienst sowie zum 1. Oktober weitere 30 Anwärter im mittleren Dienst eingestellt worden. „Das zeigt: Die saarländische Finanzverwaltung ist auch für junge Kräfte ein attraktiver Arbeitgeber.“



Wenig Hoffnung macht das Finanzministerium der DSTG auf eine Anhebung der Eingangsbesoldung. Es verweist auf die Praxis in den übrigen Bundesländern.