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| 20:22 Uhr

Viel Herzblut für die Heimat

Glasproduktion hatte im Warndt Tradition. Foto: ver
Glasproduktion hatte im Warndt Tradition. Foto: ver
Völklingen. "1972 ist unser Verein gegründet worden, seither haben wir pro Jahr durchschnittlich anderthalb Bücher veröffentlicht", sagt Karl Werner Desgranges, seit 35 Jahren Vereinschef Von SZ-Mitarbeiterin Traudl Brenner

Völklingen. "1972 ist unser Verein gegründet worden, seither haben wir pro Jahr durchschnittlich anderthalb Bücher veröffentlicht", sagt Karl Werner Desgranges, seit 35 Jahren Vereinschef. Vielfältig sind die Themen der 58 Bücher: Es geht um Familiennamen, Mundart, Orts- und Regionalgeschichtliches, Denkmalpflege, um die im Warndt angesiedelten Hugenotten und die von ihnen angeregte Glasproduktion, um Eisen und Steinkohlebergbau, vor Ort und bis ins lothringische Kohlebecken.Zudem erscheinen schon seit 1974 mit absoluter Regelmäßigkeit "Heimatblätter zur Geschichte des Warndt und der Stadt Völklingen" - bisher 200 Ausgaben mit 2300 Seiten. Die grenzüberschreitenden Dokumentationen sind neuerdings zweisprachig. Und der zweite Band der Sammlung "Der Warndt/Le Warndt" wird bald erscheinen - mit über 700 Seiten. Zu all dem Schriftlichen kommen aber auch noch Vorträge, Ausstellungen, Exkursionen, Reisen, wöchentliche Treffen. Familienkundlich interessierte Bürger erhalten Forschungsbeistand.

Zum Verein gehört auch das "Glas- und Heimatmuseum" in Völklingen-Ludweiler. Auch Modelleisenbahner haben hier ihre Heimat. Die "Idealistentruppe", wie Vorsitzender Desgranges seine Mitstreiter gern nennt, setzt sich aus Autodidakten zusammen, die ehrenamtlich tätig ist. Zuschüsse gibt's nur gelegentlich, für bestimmte Projekte. Die "Warndtler" sind überzeugt, dass kein anderer der vielen Heimatkundevereine im Saarland so bruchlos eine so lange Zeitstrecke durchgehalten hat. Sie haben auch schon viele Ehrungen bekommen.

Dass dieser Verein entstand, bestätigt das Sprichwort, wonach alles Negative auch eine positive Seite hat: Ohne die ungeliebte Gebietsreform, die Ludweiler die Selbstständigkeit nahm, gäbe es nämlich heute auch den "HVW" nicht. Damals fürchteten alle Heimatverbundenen, das Interesse an der Geschichte der eigenen Gegend könne durch die Neuordnung verloren gehen. Also taten sie sich zusammen, starteten die "Heimatblätter" - und gründeten ihren Verein, der dann in die Räume der aufgelösten Amtsverwaltung in Ludweiler einziehen konnte.

Das einstige Warndt-Heimatmuseum ist Bergschäden zum Opfer gefallen. Und die Hälfte des ehemaligen Amtsgebäudes wurde abgerissen. Die verbliebenen Räume reichen nicht mehr aus, der Verein sucht eine größere Bleibe. Das Ziel: ein überregional bedeutendes Museum mit den Schwerpunkten Glas und Regionalgeschichte. Aber geht den Leuten nach so vielen Veröffentlichungen nicht der Stoff aus? Nein, der Warndt gebe so viel her, dass keine "Stoffnot" abzusehen sei. Nur: Die Autoren werden älter. Doch mit dem Nachwuchs hapert es, wie bei vielen Vereinen. Kontakt außer Samstag und Sonntag, von 8.30 bis 16 Uhr. Tel. (0 68 98)4 36 26 oder 4 19 84 und Mail heimatk.verein@warndt.de

Hintergrund

Der Warndt hat etwa 300 Quadratkilometer Fläche, davon liegen zwei Drittel in Frankreich. Auf deutscher Seite gehören 21, auf französischer 26 Orte dazu. tb