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Verwaltung - gestern und heute

Wallerfangen. Nach dem Abriss der V&B-Steingutfabrik in den 1930er Jahre blieb mitten in Wallerfangen ein freier Platz von etwa der Fläche des Großen Marktes in Saarlouis. Erst in den 50er Jahren fand ein städtebaulicher Wettbewerb zur Bebauung dieses Platzes statt. Zur Umsetzung kam 1959-61 der Plan von Architekt Karl Hanus Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Wallerfangen. Nach dem Abriss der V&B-Steingutfabrik in den 1930er Jahre blieb mitten in Wallerfangen ein freier Platz von etwa der Fläche des Großen Marktes in Saarlouis. Erst in den 50er Jahren fand ein städtebaulicher Wettbewerb zur Bebauung dieses Platzes statt. Zur Umsetzung kam 1959-61 der Plan von Architekt Karl Hanus. Er entwarf das Wallerfanger Rathaus klassisch modern im Bauhaus-Stil als funktionalen zweigeschossigen Flachbau. Im Innern gibt es keine Flure, die Amtsstuben sind um ein großes Foyer herum angeordnet. Vom Rathaus bis zur Hospitalstraße liegen zudem drei Flachbauten, jeweils nur mit Erdgeschoss. In ihnen ist das Bauamt untergebracht, ein Zustellpunkt der Post und etwa ab März der Wasserzweckverband. Im Juni 2008 wurde das Wallerfanger Rathaus unter Denkmalschutz gestellt. Seit der Gebietsreform 1974 ist das quaderförmige Gebäude auf dem Fabrikplatz Verwaltungsort für alle Dörfer der Gemeinde. Seither gab es dort vier Bürgermeister, der momentane Hausherr ist Günter Zahn. "25 Leute sind heute dort beschäftigt", sagte Zahn. Eine kürzlich durchgeführte Sanierung im Innern sei abgeschlossen, in den nächsten Wochen sei ein Außenanstrich dran. Im September dieses Jahres soll beim "Tag des offenen Denkmals" die 50-Jahr-Feier nachgeholt werden. Der historische Gebäudekomplex "Altes Rathaus" auf der Adolphshöhe könne eine Aufwertung vertragen. Diese Ansicht vertrat der Gemeinderat 1995. Drei Jahre zuvor war das historische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden, nachdem zwischenzeitlich schon mal von Abriss die Rede gewesen war.Das Ensemble aus vier Häusern entstand 1864-1874 um einen fast quadratischen und heute baumbestandenen Platz herum. Das zentrale Rathaus beherbergte jeweils zur Hälfte die Bürgermeisterei und das Friedensgericht. Zu beiden Seiten liegen die drei ehemaligen Schulhäuser. Der Architekt ist bislang unbekannt, stilistisch wird es einer schweizerischen Form des Klassizismus zugeordnet. Zurück geht das alles auf Nicolas Adolphe de Galhau. Er schuf damit ein für seine Zeit beispielhaftes Projekt für Bildung und Erziehung. Ab 1995 war ein Investor ebenso im Gespräch wie gewerbliche Nutzung mit Cafés, Boutiquen und anderen Geschäften. Schließlich wurde das "Alte Rathaus" denkmalgerecht saniert, damit 2005 die Wallerfanger Grundschule dort einziehen konnte. Acht Klassen gibt es derzeit mit rund 150 Schülerinnen und Schülern.


Nach 2005 wurden auch die anderen drei Gebäude saniert. Sie beherbergen das Heimatmuseum, ein Bistro für die Ganztagsbetreuung und eine Schulturnhalle.

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