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Vertrauensvorschuss für Stephan Ackermann

Kreis Neunkirchen. In diesem Sommer steht turnusmäßig das Dekanat Neunkirchen auf dem Visitationsplan des Bistums Trier. Kommt dann vielleicht der neue Bischof Stephan Ackermann, der jetzt am Sonntag im Trierer Dom feierlich in sein neues Amt eingeführt wurde? Wäre doch eine gute Gelegenheit für das bistümliche "Eigengewächs", diese saarländische Ecke kennenzulernen Von SZ-Redakteurin Claudia Emmerich

Kreis Neunkirchen. In diesem Sommer steht turnusmäßig das Dekanat Neunkirchen auf dem Visitationsplan des Bistums Trier. Kommt dann vielleicht der neue Bischof Stephan Ackermann, der jetzt am Sonntag im Trierer Dom feierlich in sein neues Amt eingeführt wurde? Wäre doch eine gute Gelegenheit für das bistümliche "Eigengewächs", diese saarländische Ecke kennenzulernen. Dieser Besuch muss aber noch warten: "Das lässt sich jetzt nicht mehr organisieren, die Planungen sind ja schon längst angelaufen, Termine abgestimmt", bestätigte gestern der Neunkircher Dechant Jochen Gabriel (Foto: SZ) auf Anfrage unserer Zeitung: "Es kommt Weihbischof Robert Brahm. Und wir freuen uns auf ihn." Brahm habe nach dem Weggang von Bischof Reinhard Marx nach München und bis zur Amtsübernahme von Stephan Ackermann ein Jahr lang das Trierer Bistum gut geleitet. Gabriel war wie auch weitere Vertreter aus den Dekanaten Neunkirchen und Illingen am Sonntag Augen- und Ohrenzeuge der Amtseinführung des neuen Oberhirten im Bistum Trier. "Ackermann ist sehr engagiert. Einer, der mitdenkt, mitredet, aber auch zuhört", beschreibt ihn der Neunkircher Dechant. "Menschlich, umgänglich, aufgeschlossen. Ackermann hat aber auch seine Linie, der er treu bleibt", charakterisiert ihn Reiner Klein (Foto: SZ), Dekanatsreferent in Illingen. Klein hat ihn schon in seiner Studienzeit in den neunziger Jahren in Trier erlebt. Damals war Ackermann Subregens am Priesterseminar. "Ackermann legt Wert auf Mitarbeit von Ehrenamtlichen. Er hat die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen. Er ist zurückhaltend, zuhörend, besitzt geerdete Frömmigkeit", wertet Pastor Michael Wilhelm (Foto: hi) von der Neunkircher Pfarrei St. Marien. Wilhelm tauscht sich mit Ackermann in der gleichen Priestergemeinschaft regelmäßig über theologische Fragen aus. "Man hat Stephan Ackermann angesehen, wie sehr ihn die Übergabe des Bischofsstabs bewegt hat, aber er dann seine Rolle überzeugend angenommen und in seiner Predigt deutliches Profil gezeigt", beobachtete Klaus Becker (Foto: SZ), Dekanatsreferent in Neunkirchen. "Er hat seine Vision von Kirche geschildert, fürs Evangelium einzustehen."Becker fand im überfüllten Dom nur noch einen Stehplatz, sein Illinger Kollege Klein hatte noch einen Sitzplatz ergattert. "Ackermann ist der Hirte," stellt Klein fest. "Ackermann setzt einen pastoralen Schwerpunkt", konstatiert ebenfalls Dechant Gabriel. Ein Zeichen in Zeiten, in den vor allem über Strukturen und Finanzen diskutiert wird.Inhaltlich erwarten die Kirchenleute in unserer Region Kontinuität beim Strukturplan 2010. Möglicherweise jedoch einen anderen Stil. Ackermanns Handschrift habe den Gottesdienst im Trierer Dom gekennzeichnet, sagt Reiner Klein: Es sei so "trierisch" gewesen: ein Gottesdienst betont schlicht. Ja, der Gottesdienst habe zum Menschen Ackermann gepasst, sagt auch Michael Wilhelm. Inhaltlich werde der neue Bischof Kurs halten, aber sicher seine Persönlichkeit in diesen Prozess miteinbringen.