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Die Ferienpark-Tore am Bostalsee-Rundweg bleiben zumindest vorerst geöffnet. Das erklärt Betreiber Center-Parcs. Archivfoto: B&K
Die Ferienpark-Tore am Bostalsee-Rundweg bleiben zumindest vorerst geöffnet. Das erklärt Betreiber Center-Parcs. Archivfoto: B&K
Nohfelden. Nach teils erbittertem Widerstand seitens der Bevölkerung wegen der nächtlichen Teilsperrung des Rundwegs am Bostalsee kündigt Center-Parcs an, darauf zu verzichten. Zumindest so lange nichts passiert. Von SZ-RedakteurMatthias Zimmermann

Ganz überraschend kam die Botschaft am Freitag nicht. Denn bereits einige Tage zuvor war aus der Kreisverwaltung in St. Wendel gedrungen, dass es eine "einvernehmliche Lösung" mit Center-Parcs geben werde, was den Rundweg am Bostalsee betrifft, insbesondere das rund ein Kilometer lange Teilstück über das Terrain des neuen Ferienparks. Es soll offen bleiben.

Dessen Kappung in den Nachtstunden hatte Gegner dieses Entschlusses auf die Barrikaden gebracht. Darin sahen jene, die eine Rund-um-die Uhr-Öffnung forderten, einen Vertrauensbruch gegenüber Regional- und Lokalpolitikern. Diese waren im Vorfeld des Ferienpark-Baus nicht müde geworden zu betonen, dass der kreiseigene Weg trotzdem uneingeschränkt für alle Bürger geöffnet bleibe. Nun sahen Kritiker die Nutzung beschnitten.

Die Gegenseite wiederum zeigte sich perplex ob solch heftiger Reaktionen. Schließlich gehe es um die Sicherheit der Urlauber im Park während der Nacht. Und überhaupt: Wer habe ein Interesse, zwischen Mitternacht und fünf Uhr bei ausgeknipsten Wegesleuchten dort entlang zu schlendern?

Wie auch immer: Ferienparkbetreiber Center-Parcs reagierte. In einem auf den 25. Juli datierten Schreiben an St. Wendels Landrat Udo Recktenwald (CDU) heißt es, das der SZ-Redaktion vorliegt: "Wir sind bereit, den Seerundweg auch in der Nacht offen zu halten." Begründung: "Es ist nicht unsere Absicht, Einschränkungen für die Einwohner zu verursachen." Die Brisanz des Themas sei Center-Parcs-Vertretern sowohl während einer Nohfelder Gemeinderatssitzung als auch in Gesprächen mit Recktenwald klar geworden.

Letzterer hatte zum Jahreswechsel einen Partnerschaftsvertrag zwischen Landkreis und Center-Parcs unterzeichnet, der die zeitweilige Schließung vorsah. Und trotz des jetzigen Kurswechsels bleibt er als Chef des Landratsamtes dabei: "Es ist, war und bleibt Auffassung des Landkreises, dass der Rundweg für die Allgemeinheit offen und zugänglich ist. Für uns war und ist nicht erkennbar, dass jemand außerhalb der üblichen Nutzungszeiten (…) einen dringenden Nutzungsbedarf für das Teilstück von einem Kilometer hat."

Auf der parteipolitisch anderen Seite ist Magnus Jung, Fraktionschef der SPD im Kreistag, bei aller Freude über die Kehrtwende weiterhin der Meinung, dass Recktenwald den Vertrag ohne Rücksprache mit dem Kreistag hätte nicht unterzeichnen dürfen. So bleibe es dabei, die Kommunalaufsicht über die von den Sozialdemokraten bezweifelte Rechtmäßigkeit urteilen zu lassen. Unberührt davon wertet Jung den ganztags offenen Weg als "großen Erfolg für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis".

Sein Parteikollege Eckhard Heylmann dämpft die Freude. Der SPD-Fraktionschef im Nohfelder Gemeinderat sieht ein "Damoklesschwert der jederzeitigen Schließung des Rundwegs weiterhin über der Sache" schweben. Denn Center-Parcs kündigt in dem Brief weiter an: "Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, unsere bestehende Absprache bezüglich Schließung in der Nacht wieder einzuführen, wenn wir dies aus sicherheitstechnischen Gründen für notwendig halten."

Michael Dietz, CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, schlägt moderatere Töne an. Nach dem Auftritt der Center-Parcs-Vertreter in dem Kommunalgremium und der dort aufgeflammten Kritik am zu jenem Augenblick zeitweise gekappten Weg gelte nun: "Die CDU-Fraktion wird daher einen regelmäßigen Austausch zwischen Parkbetreiber und Gemeinderat anstreben, um in Zukunft derartige Missverständnisse zu vermeiden."