| 00:00 Uhr

Verspätete Meisterfeier

So wie hier nach dem Saarlandpokal-Halbfinale in Brotdorf hätten die Spieler des FC Hertha Wiesbach gerne am Freitag in Gresaubach den Titel in der Saarlandliga gefeiert. Daraus wurde aber nichts. Die Party musste einen Tag verschoben werden. Foto: Dirk Guldner
So wie hier nach dem Saarlandpokal-Halbfinale in Brotdorf hätten die Spieler des FC Hertha Wiesbach gerne am Freitag in Gresaubach den Titel in der Saarlandliga gefeiert. Daraus wurde aber nichts. Die Party musste einen Tag verschoben werden. Foto: Dirk Guldner FOTO: Dirk Guldner
Gresaubach/Wiesbach. Das war ein denkwürdiges Wochenende für die Fußballer des FC Hertha Wiesbach. Am Freitag wollten sie mit einem Sieg den Aufstieg in die Oberliga feiern. Doch daraus wurde nichts, da der Sieg nicht gelang . . . Von SZ-MitarbeiterHeinz Bier

Dank der Schützenhilfe des FV Diefflen steht der FC Wiesbach trotz eigener Niederlage am drittletzten Spieltag vorzeitig als Meister der Fußball-Saarlandliga und Aufsteiger in die Oberliga fest. Bis zu dieser Gewissheit durchlebten Spieler, Fans und Verantwortliche der Hertha am Wochenende aber ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst gab es am Freitagabend die eigene 1:2-Niederlage bei der SG Saubach, durch die die Gelegenheit verpasst wurde, die Meisterschaft aus eigener Kraft zu erringen. Doch erst am Samstag, als Saar 05 das Verfolgerduell in Diefflen verlor, war die Hertha ohne eigenes Zutun doch noch Meister geworden.

Die Folge: Die Mannschaft um Trainer Helmut Berg versammelte sich am Samstagabend im Vereinsheim im Prowinstadion und ließ es mächtig krachen. "Fußball ist nicht planbar", stellte Berg mit einigem zeitlichen Abstand fest und deshalb könnten auch Feierplanungen schon einmal umgeworfen werden. Geplant war natürlich eine große Feier am Freitag. Der Wiesbacher Trainer ist froh darüber, dass die Entscheidung um die Meisterschaft noch vor dem Pokalfinale am Mittwoch gefallen ist. "Die Köpfe sind jetzt frei", sieht Berg seine Mannschaft frei von jeglicher Drucksituation vor dem großen Finale am Mittwoch um 18 Uhr in Hasborn gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Er ist überzeugt, dass die Entscheidung in der Meisterfrage seiner Mannschaft einen zusätzlichen Schub verleihen wird. "Wir werden dem FCS und den Zuschauern mit Sicherheit einen großen Pokalkampf liefern", versichert der Trainer, "und wir werden natürlich alles versuchen, das Unmögliche möglich zu machen". Zweifelsohne liegt die Favoritenrolle beim Drittligisten, "aber wenn du 100 Mal gegen Saarbrücken spielst, verlierst du 99 Mal und einmal ist alles offen", sieht der Wiesbacher Trainer durchaus eine Chance für die Amateure gegen die Profis. Aber schon das Erreichen des Endspiels ist für die Wiesbacher ein Riesenerfolg, "und deshalb wäre keiner enttäuscht, wenn das Endspiel am Mittwoch verloren geht", hatte Sportvorstand Dirk Klein bereits am Freitagabend in Gresaubach erklärt. Für die Spieler, die beim Endspiel im Hasborner Waldstadion dabei sind, hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. Sie werden das Spiel in neuen, schwarzen Trikots bestreiten und jeder Spieler darf sein Trikot hinterher als Erinnerung behalten. Die offizielle Meisterfeier der Wiesbacher geht am Mittwoch, 29. Mai, im großen Festzelt im Prowinstadion über die Bühne.

Danach geht es in die Oberliga und der Verein sieht sich für die neue Spielklasse gerüstet. Mit Torhüter René Paul, den Brüdern Carsten und Patrick Ackermann, Jens Schlemmer, Michael Fritsch, Marius Neumaier, Engin Yalcin, Michael Miessemer, Florian Schmitt, Sascha Schumacher, Jeremy Groß, Angelo Dal Col, Manuel Schuck und Armed Haliti haben schon 14 Spieler aus dem aktuellen Kader ihre Verträge für die nächste Saison verlängert. Als Neuzugänge stehen bisher Tim Mohr vom FV Lebach, Karsten Rauber vom SV Hasborn, Valentin Solovej aus Körprich-Bilsdorf sowie Torhüter Philippe Persch und Offensivspieler Matthias Krauß vom Oberligisten Borussia Neunkirchen fest. Mit weiteren Spielern stehe der Verein in Verhandlungen, erklärt Sportvorstand Dirk Klein, der auch betont, kein finanzielles Risiko für die Oberliga einzugehen. "Wir machen das genauso solide weiter wie in den vergangenen Jahren", versichert Sportchef Klein und fügt hinzu, dass die Zusicherung eines Arbeitsplatzes für einen Spieler oftmals wichtiger sei als Geld, "und in dieser Hinsicht konnten wir dank unserer Sponsoren schon etlichen Spielern helfen".