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Vereine zeigen, wie man Velsen rettet

Das Fördergerüst der ehemaligen Grube Velsen. Foto: Oliver Dietze
Das Fördergerüst der ehemaligen Grube Velsen. Foto: Oliver Dietze
TourismusVereine zeigen, wie man Velsen rettetZum Artikel "Gesamtkonzept für Velsen soll her" - SZ vom 22. SeptemberDas Jagdschloss Karlsbrunn mit dem Forstgarten hat seinen festen Platz im Projekt "Gärten ohne Grenzen" und als Teil der saarpfälzischen Barockstraße

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Vereine zeigen,

wie man Velsen rettet



Zum Artikel "Gesamtkonzept für Velsen soll her" - SZ vom 22. September

Das Jagdschloss Karlsbrunn mit dem Forstgarten hat seinen festen Platz im Projekt "Gärten ohne Grenzen" und als Teil der saarpfälzischen Barockstraße. Wie es jetzt auch noch zu einem Kulturort und Bildungszentrum für Bergbaugeschichte werden soll, habe ich einmal versucht, mir vorzustellen. Im Forstgarten könnte man ein Freilichtmuseum einrichten (die Hanglage mit dem für eine schlappe Million hergerichteten Garten eignet sich ja prächtig dazu), während dann im Schloss das ein oder andere ausgeräumte Zimmer die Bühne wäre für Dokumentationen über Bergbaugeschichte. Seminare und Workshops fänden im Schlosscafé statt. Toll!

Anschließend klopft man sich auf die Schultern und kann gut gelaunt den Startschuss geben zur Verfüllung des Erlebnisbergwerks Velsen. Zwei Gründe, es nicht dazu kommen zu lassen, möchte ich einmal anführen: Josef Baulig, Leiter des Landesdenkmalamtes, bezeichnet die Anlage der ehemaligen Grube Velsen als "hochkarätig". Sie biete sich nach einer Verknüpfung des Erlebnisbergwerks mit dem Ensemble am Gustavschacht für eine museale Erläuterung des Bergbaus an. Recht hat er!

Der zweite Grund ist die Betrachtung des Ganzen von der finanziellen Seite her. Der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. möchte das Erlebnisbergwerk zum 1. Dezember 2012 übernehmen, es wirtschaftlich betreiben und der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, und zwar ohne die Inanspruchnahme öffentlicher Mittel! Ein gutes Beispiel ist hier auch die Vereinigung der Berg- und Hüttenleute Warndt, die seit Jahren in Eigenregie und auf eigene Kosten die Fördermaschine Velsen betreut. Wer das Erlebnisbergwerk kennt, weiß, dass man es mit der Anlage am Carreau Wendel nicht vergleichen kann und dass es deshalb auch keine Konkurrenz dazu ist. Ich denke, man sollte der ehemaligen Grube Velsen nicht das gleiche Schicksal zuteil werden lassen wie der Anlage Warndt, wo auf Teufel komm raus geschleift wurde.

Hermann Braun, Völklingen