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Anästhesie unterbesetzt?
Verdi beklagt Personalnot in der Uni-Klinik in Homburg

Symbolbild.
Symbolbild. FOTO: picture alliance / dpa / Sebastian Widmann
Homburg. Die Gewerkschaft Verdi warnt vor einem weiteren Fall der Personalnot in den saarländischen Krankenhäusern. Von Dennis Langenstein

Im Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg stehe der Anästhesiedienst auf der Kippe und soll mit einer sogenannten „Dienstanordnung“ aufrecht erhalten werden. Damit müssten Mitarbeiter ihre Freizeit opfern, um Arbeitsstunden erkrankter Kollegen zu übernehmen. „Dafür gibt es keine Vereinbarung und keinerlei rechtliche Grundlage. Auch der Personalrat wurde offensichtlich nicht beteiligt“, schreibt Michael Quetting, Gewerkschaftssekretär bei Verdi in einer Pressemitteilung.


Die Situation in der Anästhesie in Homburg sei schon seit Monaten „außergewöhnlich angespannt“, schreibt die Gewerkschaft. Das Arbeitspensum sei jedoch nicht daran angepasst worden. „Stattdessen gibt es eine ‚Anordnung zur Übernahme eines Dienstes’ des UKS. Darin heißt es: Durch einen krankheitsbedingten Ausfall in der Anästhesiepflege ist die Notfallversorgung bei Nichtbesetzen des Dienstes nicht gewährleistet und die Patientenversorgung somit nicht sichergestellt“, so die Gewerkschaft. Nach Ansicht von Verdi könne jedoch niemand zum Dienst gezwungen werden, wenn zuvor ein anderer Dienstplan vereinbart war. Ausnahmen seien nur über die sogenannten Notstandsgesetze möglich: „Meines Wissens hat der Bundestag aber nicht den Verteidigungsfall ausgerufen, auch nicht für die Uniklinik des Saarlandes“, sagt Quetting. Die neue Anordnung erhöhe nur weiter die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter. Trotz Anfrage erreichte uns bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme der Uniklinik.

Die Gewerkschaft hat bereits im April der Klinikleitung ein Ultimatum bis zum 22. Juni gestellt und fordert einen „Tarifvertrag Entlastung“. Gibt es kein Entgegenkommen, soll eine Urabstimmung der Verdi-Mitglieder entscheiden, ob unbefristet gestreikt wird.