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Reisbach trifft es am heftigsten
Unwetter sorgen am Wochenende im Saarland für überflutete Straßen

Starkregen hatte die Premiere des Bühnenstücks  „Das kleine Gespenst“ am Samstag auf der Naturbühne Gräfinthal  in Mandelbachtal verhindert.
Starkregen hatte die Premiere des Bühnenstücks  „Das kleine Gespenst“ am Samstag auf der Naturbühne Gräfinthal  in Mandelbachtal verhindert. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken/Bitburg. Starke Gewitter haben am Samstag im Saarland Schäden verursacht. Aus Sicherheitsgründen mussten mehrere Veranstaltungen abgesagt werden. Noch heftiger erwischte es Rheinland-Pfalz. Von Dimitri Taube

(SZ/dpa) Überflutete Straßen und Wiesen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume und hochgedrückte Gullydeckel – das ist die Bilanz eines Unwetters mit Blitz und Donner am Samstag im Saarland. Vielerorts kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei registrierte landesweit 140 Notrufe. Verletzt wurde nach Angaben der Einsatzkräfte niemand.


Am heftigsten traf es den Saarwellinger Ortsteil Reisbach im Landkreis Saarlouis. Eine Schlammlawine hatte dort die Eiweilerstraße überspült und für Schäden gesorgt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) waren im Einsatz. Zudem packten viele Anwohner an.

Aufgrund der Regenfälle mussten Feste und Open-Air-Aufführungen abgesagt werden. In Wadgassen traf es das Klassik-Open-Air. In Saarbrücken fiel aus Sicherheitsgründen am Samstag das Osthafenfest ins Wasser. In Mandelbachtal war die Premiere des Bühnenstücks „Das kleine Gespenst“ auf der Naturbühne Gräfinthal betroffen. Die Feuerwehr musste rund 200 Besucher evakuieren.

Im Kreis St. Wendel gab es ebenfalls Beeinträchtigungen. So musste unter anderem die Bundesstraße 269 zwischen Sotzweiler und Thalexweiler zeitweise gesperrt werden. In Hasborn-Dautweiler lief Regenwasser durch das Dach ins Innere der Kulturhalle. In Remmesweiler drang das Wasser ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Außerdem wurde in Gonnesweiler ein Jugendzeltlager evakuiert.

Im Kreis Neunkirchen waren die Menschen vor allem in Spiesen-Elversberg vom Unwetter betroffen. Laut Feuerwehr gab es innerhalb von zwei Minuten vier Blitzeinschläge. Einer der Blitze traf das Feuerwehrgerätehaus und legte die Elektronik lahm. Ein weiterer fuhr in Elversberg in der Neunkircher Straße in einen Kamin und beschädigte neben dem Kamin die Elektro-Anlage des Hauses. Die zwei anderen Blitze schlugen in Spiesen ein. Die Folgen: ein Dachstuhlbrand in der Richard-Wagner-Straße und ein Schmorbrand in Dachgebälk und Isolierung in der Kirchenallee.



Auch über Rheinland-Pfalz sind am Samstag Unwetter hinweggezogen. In Mainz und Bingen lösten Starkregen und Sturmböen Einsätze der Rettungskräfte aus. Hier standen ebenfalls viele Keller unter Wasser.

Besonders heftig erwischte es die Eifel. Innerhalb weniger Stunden fielen bis zu 80 Liter Regen auf den Quadratmeter, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Östlich von Bitburg waren es sogar 120 Liter.

In Dudeldorf und Badem im Landkreis Bitburg-Prüm musste zeitweise Katastrophenalarm ausgelöst werden. Durch Dudeldorf wälzte sich eine Flutwelle. Ein Auto wurde gegen eine Hauswand gedrückt, andere Fahrzeuge liefen voll. In einigen Orten des Kreises fiel das Telefonnetz aus. Zudem war der Bahnverkehr eingeschränkt. Darüber hinaus war wegen eines Erdrutschs die Autobahn 60 bei Badem vorübergehend gesperrt.

Rund 900 Hilfskräfte waren im Einsatz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) machte sich am Sonntag ein Bild von den Schäden.

Entwarnung kommt unterdessen vom Deutschen Wetterdienst: Demnach ist im Saarland und in Rheinland-Pfalz in den kommenden Tagen nicht mit weiteren heftigen Unwettern zu rechnen. Zeitweise kann es aber kräftig und länger anhaltend regnen, teilt der DWD mit.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht in Dudeldorf in der Eifel mit einem Anwohner.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht in Dudeldorf in der Eifel mit einem Anwohner. FOTO: dpa / Harald Tittel