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Verbraucherschutzministerkonferenz
Unwetter im Saarland: Minister Jost will Pflicht-Versicherung vorantreiben

Fotostrecke: Aufräumarbeiten nach schwerem Unwetter in Heusweiler FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Nach den heftigen Unwettern im Saarland sucht Verbraucherschutzminister Reinhold Jost nach neuen Wegen, die Versicherungsquote bei Hausbesitzern zu erhöhen. Derweil können die Saarländer aufatmen: Kühlere Nordseeluft vertreibt die Gewitter. Von Katja Sponholz

Bei der Verbraucherschutzministerkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag im Saarland soll auch über die Möglichkeiten gesprochen werden, eine verpflichtende Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer einzuführen. Das kündigte der Vorsitzende, Saarlands Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD), am Dienstag vor der Landespressekonferenz an. Anlass für den Vorstoß sind die schweren Unwetter im Saarland in den vergangenen zwei Wochen, die Schäden in Millionenhöhe angerichtet haben. Die bundesweite Versicherungsquote liegt laut Jost hier bei 40 Prozent, im Saarland nur bei 22 Prozent.


Schon vor zwei Jahren habe er dieses Thema prüfen lassen. „Damals hieß es, dies sei verfassungsrechtlich nicht möglich.“ Vielleicht sei nun eine neue Bewertung mit Blick auf den häufigen Starkregen denkbar, sagte der Minister. Bei einem Gespräch am Rande der Umweltministerkonferenz in der vergangenen Woche habe er nicht den Eindruck gehabt, dass man sich diesem Thema nicht annähern wolle. „Die Frage ist weniger, ob man so etwas angeht, sondern wie man es macht.“

Nach den zweiten schweren Unwettern innerhalb von zehn Tagen stellte das Saarland am Dienstag auch Unterstützung für die neuen Opfer von Überflutungen in Aussicht. Der saarländische Ministerrat fasste den Beschluss, prüfen zu lassen, ob die gerade beschlossenen Soforthilfen in Höhe von 2,5 Millionen Euro auch auf die neuen Unwetter-Gebiete ausgeweitet werden können. Nachdem es Ende Mai in einer Nacht 800 Einsätze gegeben hatte, musste die Feuerwehr allein am Montag 1100 Mal ausrücken.

Der Deutsche Wetterdienst hatte dabei schon am Morgen vor schweren Gewittern und heftigem Starkregen gewarnt. Insofern war das Ausmaß des Unwetters im Saarland laut Robert Hausen von der Wettervorhersagezentrale in Offenbach keine Überraschung mehr gewesen. Gleichwohl sei die Wetterlage der vergangenen Wochen nicht der Normalfall: „Jeden Tag aufs Neue Schauer und Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial, und dass nicht mal vorübergehend eine Wetterberuhigung eingetreten ist, war schon ungewöhnlich.“



Für die nächsten Tage konnte Hausen jedoch Entwarnung geben: Aktuell verlagere sich der Schwerpunkt nach Südosten, die Unwetter sollten in der Nacht zum Mittwoch immer mehr bis zum Alpenrand ziehen. Im Saarland breite sich kühlere Nordseeluft aus. „Das vertreibt die Gewitter“, ergänzte der Diplom-Meteorologe. In den nächsten Tagen stelle sich angenehmeres Wetter ein mit einem Wechsel von Sonne und Wolken und Temperaturen von knapp über 20 Grad.

Unwetter: Überflutete Straßen in Heusweiler FOTO: BeckerBredel
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