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Fachkräftemangel
Uniklinik will jetzt stärker um Pflegekräfte werben

Pflegekräfte werden derzeit händeringend gesucht.
Pflegekräfte werden derzeit händeringend gesucht. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Homburg. Den mit Verdi vereinbarten Stellenzuwachs umzusetzen, werde eine Herausforderung. Am Geld soll es aber nicht scheitern. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg will die Rekrutierung von Pflegekräften intensivieren. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des UKS, von Verdi und des Personalrates werde kurzfristig realisierbare Konzepte erarbeiten und dem Klinikumsvorstand unterbreiten, teilte die Klinikleitung mit. Dies umfasse die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität genauso wie die Konzeption wettbewerbsfähiger Arbeitsbedingungen und Konditionen. „Gemeinsam muss noch aktiver um die besten Talente für die Pflege geworben werden“, so der Vorstand.


Hintergrund ist die mit Verdi geschlossene Vereinbarung, 145 zusätzliche Pflegekräfte einzustellen. Hinzu kommen nach Verdi-Angaben weitere knapp 100 Stellen, die schon heute nicht besetzt werden können. „Natürlich ist die Besetzung der zusätzlichen 145 Stellen – neben der Besetzung der ohnehin noch offenen Stellen – bei der derzeitigen Situation der Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt eine Herausforderung“, teilte der Vorstand des Universitätsklinikums mit.

Das UKS müsse sich weiterhin breiter aufstellen, was den Einsatz von bisher wenig eingesetzten Berufen angehe – zum Beispiel Altenpfleger, Notfallsanitäter, Krankenpflegehilfen oder sonstige pflegenahe Berufe. Nur durch diese Kombination und die intelligente Arbeitsverteilung auf unterschiedliche Berufsgruppen auf den Stationen werde man den Stellenzuwachs umsetzen können. Die Hoffnung des Vorstandes ist außerdem, dass die nun vereinbarten Entlastungsmaßnahmen dazu führen, dass weniger Pflegekräfte den Beruf vorzeitig verlassen.



Am Geld sollen die 145 zusätzlichen Stellen jedenfalls nicht scheitern. Ein Teil des zusätzlichen Personals werde durch die Neuregelungen auf Bundesebene (Pflegepersonalstärkungsgesetz) dauerhaft refinanziert. „Sicherlich wird das UKS aber auch selbst in neue Stellen zur Patientenversorgung und der Entlastung unserer Mitarbeiter investieren müssen“, antwortete der UKS-Vorstand auf eine SZ-Anfrage. Die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahmen müsse allerdings auf jeden Fall sichergestellt werden.