| 21:55 Uhr

Streik soll Personaleinstellungen bringen
Uniklinik-Leitung verliert vor Arbeitsgericht Berlin

Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting.
Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting. FOTO: Robby Lorenz
Homburg/Berlin. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Die in der Gewerkschaft Verdi organisierten Beschäftigten der landeseigenen Homburger Uniklinik haben gestern vor dem Berliner Arbeitsgericht einen Etappensieg auf dem Weg zu einer besseren Personalausstattung errungen. Der Vorstandschef der Uniklinik Professor Bernhard Schick hatte mit Rückendeckung des Uniklinik-Aufsichtsratschefs und Chefs der Saarbrücker Staatskanzlei Jürgen Lennartz (CDU) versucht, den für heute und morgen angekündigten Streik mit Hilfe des Berliner Arbeitsgerichts zu verhindern (die SZ berichtete). Das Gericht habe die Ansicht vertreten, dass Verdi lediglich eine Mindestbesetzung fordere, ohne weitere konkrete Forderungen zu erheben. „Mit diesem Argument erklärte das Gericht den Streik für zulässig“, teilte die Uniklinik-Leitung gestern mit. Der kaufmännische Direktor Ulrich Kerle sagte der SZ, dass „auf dem Rücken der Uniklinik“ ein bundesweites Thema geklärt werden solle.


 Saar-Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting sagte, dass der Versuch des Uniklinikums durch eine einstweilige Verfügung den Streik an den Unikliniken in Homburg zu verhindern gescheitert sei. „Auch der Verfahrens-Trick, den Antrag in Berlin entscheiden zu lassen, ging nicht auf“, betonte Quetting. Pünktlich zum Berliner Beschluss gestern Mittag sei die Station FR01 in der Frauenklinik streikbedingt geschlossen worden. Über 120 Betten sollen laut Quetting abgemeldet werden.

Der Streik beginnt heute um 6 Uhr Die Notdienstvereinbarung sieht eine Wochenendbesetzung vor, wobei die schlechteste Besetzung der letzten vier Wochen als Anhaltszahlen genommen wird. Für Notfälle stehen die üblichen Bereitschaftsteams bereit. Die Uniklinik-Leitung bedauerte, dass die Patientinnen und Patienten nunmehr die Folgen des Streiks zu tragen hätten.



Am Freitagabend läuft zudem ein Verdi-Ultimatum an die Uniklinik-Leitung ab. Wenn die Chefs der Uniklinik nicht bis dahin der von Verdi geforderten Personal-Aufstockung zustimmen, kommt es zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik. 2006 gab es zuletzt 111 Streiktage in Homburg.