| 20:23 Uhr

Uni-Präsident zieht Obergrenze für Bachelor bei sieben Semestern

Saarbrücken. Die Universität des Saarlandes will in der Regel nicht an der Länge ihrer Studiengänge rütteln. Das hat Uni-Präsident Volker Linneweber gestern vor dem Hintergrund der andauernden Studentenproteste erklärt. "Sechs beziehungsweise sieben Semester ist beim Bachelor einfach die Obergrenze. Sonst wüsste ich nicht, was der Master noch bringen soll", sagte er

Saarbrücken. Die Universität des Saarlandes will in der Regel nicht an der Länge ihrer Studiengänge rütteln. Das hat Uni-Präsident Volker Linneweber gestern vor dem Hintergrund der andauernden Studentenproteste erklärt. "Sechs beziehungsweise sieben Semester ist beim Bachelor einfach die Obergrenze. Sonst wüsste ich nicht, was der Master noch bringen soll", sagte er. Inhaltlich soll der Bachelor aber "entkrampft" werden, kündigte Linneweber an. Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) vertritt die gleiche Auffassung: Dort, wo Studieninhalte zu umfangreich seien und "bei den Studierenden zu einer unzumutbaren Arbeitsbelastung führen", müssten Abstriche gemacht werden. "Ich warne davor, nun in der Verlängerung auf acht Semester das Allheilmittel zu sehen", so Hartmann. Nur eine Studienzeitverlängerung ohne inhaltliche Veränderungen, "wäre ja geradezu absurd."Linneweber erklärte unterdessen, dass der Studienausschuss der Uni bereits an einer Lösung arbeite. Geplant sei unter anderem, dass die Studenten wieder mehr Lehrveranstaltungen nach ihrem Forschungsinteresse auswählen können. Die Zahl der Prüfungen solle ebenfalls reduziert werden. Nicht jeder Schein müsse benotet werden. Dass die Studenten auf dem Campus demonstrieren sei "unproblematisch", so Linneweber. Etliche Studierende halten derzeit den Musiksaal der Uni besetzt. Gestern Nachmittag beteiligten sich dort rund 50 Studenten an einer Diskussionsrunde. "Die Studenten sind erkennbar an einer Verbesserung interessiert", ordnete Linneweber den Protest ein. Hartmann reagierte ebenfalls mit Verständnis auf die Sorgen der Studierenden. Die Diskussion sei ein verantwortungsbewusster Beitrag, um den Bologna-Prozess zu verbessern. Verbessert werden soll auch dann die Lehre an den Hochschulen, wenn die Gebühren für ein Erststudium wegfallen: Der Minister betonte gestern, dass an deren Kompensation aus Landesmitteln, "keine Erhöhung der Kapazität der Studienplätze gebunden werden darf". pbe/pg