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Kommentar
Unfassbares Chaos in der Anker-Diskussion

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Die Diskussion um die „Ankerzentren“ wird langsam peinlich. Der Ministerpräsident findet, dass Lebach ein prima Standort wäre. Der Innenminister stellt daraufhin klar, das Saarland habe sich nicht beworben und werde das auch nicht tun – mit dem nachvollziehbaren Argument, in Lebach laufe es ja gut. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Mal heißt es, Lebach erfülle ohnehin „zwei Drittel“ der Kriterien eines „Ankerzentrums“ (Klaus Bouillon), mal sogar „alle Kriterien“ (Tobias Hans). Allerdings sind diese Kriterien gar nicht bekannt  – ein Konzept gibt es ja noch nicht.


Klar ist nur: Zu der Anforderung aus dem Koalitionsvertrag, dass alle Asylsuchende wochen- oder monatelang in den Zentren auf das Ergebnis ihres Verfahrens warten sollen, passt Lebach ganz und gar nicht. Und jetzt der vorläufige Höhepunkt der Chaostage: Erst sagt das Bamf, Lebach ist nicht im Rennen. Einen Tag später heißt es: Sorry, war ein Missverständnis.

Vorschlag: Alle Beteiligten sollten sich in den Sommerferien ein paar Tage lang einschließen und erst wieder herauskommen, wenn sie ein fertiges Konzept haben. Der Murks ist nicht mehr zu ertragen.