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Das niederländische Königspaar im Saarland
. . . und warum sie im Saarland Jakobsmuscheln essen

Cathrin Elss-Seringhaus

Es hieße wohl, Eulen in die Niederlande tragen, würden König Willem-Alexander (51)  und Königin Máxima  (47) morgen ihre 90-minütige Besichtigungszeit im Völklinger Weltkulturerbe damit verbringen, bestens Bekanntes anzuschauen: Queen Elisabeth II. samt ihrem Tafelporzellan. Beim Vorbesuch der niederländischen Delegation, die den zweitägigen Besuch des holländischen Königspaares im Saarland vorbereitete, fiel die Entscheidung jedenfalls gegen die Besichtigung der Queen-Ausstellung in der Gebläsehalle. Wie man hört, auch deshalb, weil man das Fotomotiv – Paar mit britischer Konkurrenz im Hintergrund – für irritierend und wenig passend hielt.


Das kulinarische Programm, das für das niederländische Königspaar vorgesehen ist, ist weniger heikel. Wobei die Landesregierung nur eines der beiden großen Essen heute bestimmen kann. Nur beim Mittagessen im Saarbrücker Schloss mit Vertretern der saarländischen Wirtschaft tritt Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) als Gastgeber auf.  Zum Dinner in Mettlach, auf Schloss Saar­eck, lädt das königliche Paar ein und übernimmt  Gastgeberpflichten. Der niederländische Hof hält die Menüfolge geheim.

Was den Gästen im Saarbrücker Schloss serviert wird, hat die Staatskanzlei allerdings der SZ verraten: Zwei Menüs stehen zur Auswahl, geliefert werden sie vom  Kirkeler Unternehmen Grunder Gourmet Party- und Event-Catering.  Im Menü eins gibt es  als Vorspeise Feldsalat an Rinder-Tafelspitz, Jakobsmuscheln mit Boudin und grünem Apfel, Lachstatar auf Kartoffelchip mit Zitronenschmand. Als Hauptgang: Kalbsrücken vom saarländischen Black-Angus auf Bohnenmelange, hausgemachte Kartoffel-Gnocchi und Madeirajus. Als Dessert: Trifle mit Waldbeeren und Bourbon-Vanillesoße, Tarte aus Fromage  blanc mit Pistazien-Espuma, hausgemachtes Pflaumenmus mit beschwipsten Mirabellen.



Als vegetarisches Menü steht Folgendes zur Wahl: als Vorspeise Feldsalat mit Pastinaken-Panna Cotta, Fenchelpesto und Parmesanchip, Wildkräuter-Wrap mit Ziegenfrischkäse und Mangold. Als Hauptgang: Duett von gebratenem Kräutersaitling und glasierter Teriyaki-Aubergine mit hausgemachten Kartoffel-Gnocchi. Das Dessert bleibt gleich. Der Weißwein kommt vom saarländischen Winzer Schmitt-Weber, Rotwein von der Rhône, von E. Guigal.