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Überall gibt es Steiner

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er der Herkunft von Familiennamen auf den Grund, heute dem Namen von SZ-Leser Josef Steiner aus Beckingen. Der Name Steiner kommt sehr häufig vor und findet sich bis auf ganz wenige Ausnahmen in allen Landkreisen Deutschlands

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er der Herkunft von Familiennamen auf den Grund, heute dem Namen von SZ-Leser Josef Steiner aus Beckingen. Der Name Steiner kommt sehr häufig vor und findet sich bis auf ganz wenige Ausnahmen in allen Landkreisen Deutschlands. Verbreitungsschwerpunkte bilden die gebirgigen Grenzgebiete zur Schweiz, zu Österreich und zur Tschechischen Republik. Für die Namensentstehung gibt es unterschiedliche Deutungen. Mit einem Wohnstättennamen werden Menschen gekennzeich- net, die an einer besonders auffälligen Wohnstelle lebten. Jemand, der an einer steilen Felswand, auf einem Felsen, an einer Wegmarke (Meilenstein) oder nahe eines Marksteins wohnte, erhielt den Namen Stein oder überdies das Zugehörigkeits-Suffix "-er" und wurde so zum Steiner. Eine Berufsübernahme aus dem mittelhochdeutschen Wort "steinen" dürfte vor allem in Gegenden aufgetreten sein, wo auf Grund der geologischen Verhältnisse zahlreiche Edelsteine gefunden wurden. Waren doch mit "steinen" vor allem Kunstschmiede beschäftigt, die Schmuckstücke mit Edelsteinen versahen oder besetzten. Auch Feldmesser, die mit dem Setzen von Marksteinen territoriale Abgrenzungen dokumentierten, oder einfache Arbeiter, die Straßen pflasterten, könnten zur Unterscheidung von gleichnamigen Namensträgern mit dem Zunamen Stein oder Steiner bedacht worden sein.