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Treue-Bekenntnis zum Ellenfeld

Neunkirchen. Beim Stadionkauf habe er die Interessen von Borussia Neunkirchen im Auge gehabt, versichert der Vereinsvorsitzende Giuseppe Ferraro. Das Ellenfeld werde saniert und auch künftig Fußballarena bleiben. Von SZ-RedakteurGunther Thomas

Ein tiefer Griff in die Gefühlskiste gehört zu den italienischen Spezialitäten. Und ist somit auch Giuseppe Ferraro nicht fremd. "Borussia Neunkirchen soll - auch sportlich - wieder ein Aushängeschild werden. So lange ich gesund bleibe und Kraft dazu habe, werde ich mich darum bemühen", versicherte der Borussenvorsitzende am Montagabend im VIP-Raum des Ellenfeldstadions. Der Beifall der anwesenden Borussenfreunde war ihm gewiss.

Grund des Info-Abends, bei dem auch der Aufsichtsratsvorsitzende Roland Eich Rede und Antwort stand: Ferraro, seit kurzem Eigentümer des Ellenfeldstadions und Borussenchef in Personalunion, wollte in groben Zügen seine Pläne erläutern. Der Unternehmer widersprach gleich zu Beginn allen missgünstigen Gerüchten nach dem Motto: "Er will das Stadion doch nur haben, damit er's abreißen und Bauplätze draus machen kann!" Ferraro nachdrücklich: "Ich will ehrlich modernisieren im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das Stadion wird als Spielstätte für Borussia erhalten bleiben!"

Ferraro hat - wie in der SZ ausführlich berichtet - das 101-jährige Stadion für einen symbolischen Euro von der Stadt erworben. Wenn nach den Sommerferien auch der notarielle Vertrag unter Dach und Fach ist, sollen abgestuft dreieinhalb Millionen Euro in die Sanierung der Traditionsarena fließen.

Zunächst ("in den nächsten drei bis vier Monaten") werde die Rückseite der Haupttribüne wieder ansehnlich gemacht. Das heiße, die Betonabplatzungen würden verarztet, die Stützen verstärkt. Dieses Vorhaben will der neue Stadionbesitzer alleine stemmen.

Einen Mitinvestor braucht er für einen weiteren Plan: Der Quertrakt (Kopfbau) zum Mantes-la-Ville-Platz hin soll ein völlig neues Innenleben erhalten. Dort, wo jetzt noch die Sporthalle ist, soll binnen zwei Jahren eine kommerzielle "Saunenlandschaft mit Salzgrotten, Fitness- und Wellnessräumen" entstehen. Dazu, so Ferraro, seien bereits Vorverträge mit einer Fitness- und Wellnesskette geschlossen. Für den Verein wäre der Kopfbau dann nur noch begrenzt nutzbar - dafür solle aber ein Teil der Einnahmen in die Borussenkasse fließen, versprach Ferraro. Auch die Gaststätte Borussenheim solle aufgehübscht werden.

Als Fernziel nannten die Borussenverantwortlichen die Sanierung der Stehränge. Dabei solle die Spieser Kurve erhalten bleiben, wurde betont. ("Ein Gutachten hat ergeben, dass sie nicht baufällig ist.")

Giuseppe Ferraro unterstrich die Seriosität seines Vorhabens und traf die beifallbestätigte Feststellung: "Nach zwei Jahren an der Borussenspitze habe ich dieses Vertrauen verdient!" Bei allem Engagement des Stadionbesitzers Ferraro für die Ellenfeld-Immobilie, geht Borussenchef Ferraro davon aus: Auf dem Spielfeld muss Borussia zumindest vorerst noch kleine Brötchen backen.Muss Borussia Miete an Sie zahlen?

Ferraro: Nein, aber wie bisher Strom- und Unterhaltungskosten im Rahmen eines Gestattungsvertrags.

Werden Sie das Ellenfeld mit einer Flutlichtanlage ausstatten?

Ferraro: Ich als Bauherr brauche keine solche Anlage. Wenn Borussia aufgrund sportlicher Qualifikation Flutlicht braucht, müssen wir sehen, woher wir die Mittel dafür bekommen.

Wie viele Zuschauer wird das Stadion nach der Sanierung fassen?

Ferraro: Die gleiche Zahl wie zuvor. (Anmerkung: Weil die Spieser Kurve und die Stehränge vor der Haupttribüne gesperrt sind, liegt das aktuelle Fassungsvermögen bei etwa 12 000 Zuschauern)

Bleibt der Name Ellenfeldstadion erhalten?

Ferraro: Der Begriff Ellenfeld bleibt auf jeden Fall im Stadionname erhalten, aber voraussichtlich mit einem Zusatz.

Gibt es einen "Plan B", falls der Mitinvestor für den Kopfbau abspringt?

Ferraro: Dann würde ich mich um Ersatz-Investoren bemühen.