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Trauerfeier für Arno Hussong

Zahlreiche Trauergäste trugen sich anlässlich der Trauerfeier für den ehemaligen Kirkeler Bürgermeister Arno Hussong ins Kondolenzbuch ein. Den Gottesdienst hielt Albrecht Bähr. Foto: Thorsten Wolf
Zahlreiche Trauergäste trugen sich anlässlich der Trauerfeier für den ehemaligen Kirkeler Bürgermeister Arno Hussong ins Kondolenzbuch ein. Den Gottesdienst hielt Albrecht Bähr. Foto: Thorsten Wolf
Kirkel. Ab 13.30 Uhr läuteten am Freitag die Glocken der Kirkeler Friedenskirche. Neben den Angehörigen waren auch sehr viele Freunde und Weggefährten von Arno Hussong in die Kirche in der Goethestraße gekommen, um sich von dem langjährigen Bürgermeister zu verabschieden Von SZ-Redakteurin Christine Maack

Kirkel. Ab 13.30 Uhr läuteten am Freitag die Glocken der Kirkeler Friedenskirche. Neben den Angehörigen waren auch sehr viele Freunde und Weggefährten von Arno Hussong in die Kirche in der Goethestraße gekommen, um sich von dem langjährigen Bürgermeister zu verabschieden.Abschied nahmen natürlich sein Nachfolger im Amt, Armin Hochlenert, und der jetzt amtierende Kirkeler Bürgermeister Frank John. Ebenso waren die amtierenden und ehemaligen Ortsvorsteher der Gemeinde Kirkel gekommen, die Kollegen und ehemaligen Kollegen aus Homburg und Bexbach und der SPD-Fraktionsvorsitzende im saarländischen Landtag, Stefan Pauluhn. Auch Hussongs Freunde aus Vereinen, den Banken und den kommunalen Verbänden waren zahlreich erschienen. Die Kirche war am Ende zu klein, um alle Trauergäste aufzunehmen, einige warteten geduldig vor der Tür, darunter auch die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Astrid Klug.


"Er war ein wirklich großer Bürgermeister", sagt Landrat Clemens Lindemann, der ebenfalls Arno Hussong die letzte Ehre erwies, "Hussong hat aus Kirkel eine Mustergemeinde gemacht." Vor allem hat dem Landrat das soziale Engagement des ehemaligen Kirkeler Bürgermeisters imponiert: "Arno hat sich bis ins Detail mit allen Problemen befasst, die anfielen. Oft kam er zu mir und bat um Hilfe, denn er hat keine Ruhe gegeben, bis er eine Lösung gefunden hatte." Das konnten große und kleine Dinge sein, "Arno hat sich um alles gekümmert, was seine Gemeinde betraf." Er könne über Arno Hussong nur das Beste sagen, betont Landrat Lindemann gegenüber unserer Zeitung.

Das sehen auch der langjährige Hauptamtsleiter Otwin Wentz und der ehemalige Bauamtsleiter Fritz Leibrock so. Beide waren Mitte 30, als Arno Hussong sie in ihre Ämter berief, "das war vorher nicht üblich, dass man so jung schon wichtige Ämter bekam, aber Arno wollte mit einer neuen Mannschaft etwas verändern. Er wollte aus Kirkel eine moderne Gemeinde machen", erinnert sich Fritz Leibrock, der 20 Jahre lang mit Arno Hussong in enger Abstimmung den Baubereich leitete. "Es war die wichtigste Phase meines beruflichen Daseins", so Leibrock, der auch über den Dienstschluss hinaus mit Arno Hussong befreundet war.

Es sei immer ein vertrauensvolles Verhältnis gewesen, geprägt von Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Zusammen planten und verwirklichten Leibrock und Hussong Gewerbegebiete und erschlossen neue Wohngebiete, wovon die Gemeinde bis heute profitiert. "Für Hussong war es ein großes Anliegen, den Spagat zu schaffen zwischen wohnen und arbeiten." Doch auch in die Zukunft habe Hussong geplant: "Immer, wenn eine Straße aufgerissen wurde, sorgte er dafür, dass auch die Kanäle erneuert wurden." Kirkel verfüge über das "beste Kanalsystem Europas", habe Hussong oft im Scherz gesagt.

Auch Otwin Wentz, der 16 Jahre lang Hussongs Hauptamtsleiter war, erinnert sich gerne an diese Zeit: "Arno Hussong war ein guter Chef, ein von Grund auf ehrlicher Mensch. Er war verlässlich und hielt sein Wort. Wir haben in all den Jahren zwar mal Meinungsverschiedenheiten, aber niemals Krach gehabt, so etwas gab es bei Arno Hussong nicht." Wegen seines verbindlichen Wesens sei Hussong innerhalb der Verwaltung und der Gemeinde sehr beliebt gewesen, "er war ein Bürgermeister mit Visionen, er plante, wie er seine Gemeinde voranbringen konnte." Diese Visionen habe er verwirklicht und Kirkel mit attraktiven Gewerbegebieten und neuen Arbeitsplätzen zukunftsfähig gemacht, sagt Otwin Wentz.



Für Frank John, den amtierenden Bürgermeister, von Kirkel, war Arno Hussong der Bürgermeister seiner Jugendzeit, ein beliebter und angesehener Mann, der die Gemeinde entscheidend geprägt hat, "davon profitiere ich heute noch jeden Tag". Arno Hussong hat Frank John als Ortsvorsteher von Limbach und beim Wahlkampf ums Bürgermeisteramt aktiv unterstützt, er sei ein väterlicher Freund gewesen. "Er bleibt für mich ein Amtsvorgänger, den ich bewundere und dem ich sehr viel zu verdanken habe", sagt Frank John, "ich erinnere mich jeden Tag an ihn."