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Klinikschließungen
TK verteidigt umstrittenen Krankenhaus-Strukturfonds

Saarbrücken. Die Techniker Krankenkasse (TK) sieht durch Krankenhausschließungen die medizinische Grund- und Notfallversorgung im Saarland nicht gefährdet. Diese müsse flächendeckend und patientennah zur Verfügung gestellt werden. „Das ist im Saarland überall der Fall, auch wenn Kliniken, die aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind, schließen müssen“, teilte Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung, mit. Die Mittel aus dem Strukturfonds seien „keinesfalls Abwrackprämien“, wie von Kritikern behauptet, „sondern Investitionen in eine zukunftssichere Krankenhausversorgung und in die medizinische Qualität“, so Groh.

Laut TK nehmen die meisten Bürger für eine bessere Behandlung auch gerne einen längeren Weg zum Krankenhaus in Kauf. Eine Befragung von 1600 saarländischen TK-Versicherten in den Jahren 2015/16 habe ergeben, dass 85 Prozent dazu bereit seien. „Die Behandlungsqualität ist für Patienten also ein zentrales Thema und höher einzuschätzen als der Wunsch, das nächste Krankenhaus buchstäblich ‚immer um die Ecke‘ vorzufinden“, so Groh.



Für geeignete Kliniken der Grund- und Regelversorgung vor allem im ländlichen Raum sieht die TK Chancen in einer Umgestaltung zu „Integrierten Versorgungszentren“ (IVZ). Neben der Sicherstellung der Notfall- und der stationären Grundversorgung könnten dort auch Fachärzte für eine ambulante Behandlung angesiedelt werden. Damit würden diese Krankenhäuser auch eine wichtige Aufgabe für die Sicherstellung der Versorgung in den Regionen übernehmen, wo es schwierig werde, niedergelassene Praxen nachzubesetzen.