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THW St. Ingbert bewies seine Vielseitigkeit

St. Ingbert. Den wenigsten St. Ingbertern ist der Stellenwert des örtlichen Technischen Hilfswerks (THW) richtig bewusst. Um so auffälliger war beim alljährlichen Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntag die Anerkennung, die die Organisatoren erfuhren Von SZ-Mitarbeiter Jörg Martin

St. Ingbert. Den wenigsten St. Ingbertern ist der Stellenwert des örtlichen Technischen Hilfswerks (THW) richtig bewusst. Um so auffälliger war beim alljährlichen Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntag die Anerkennung, die die Organisatoren erfuhren. So berichtete Pressesprecherin Martina Dörr beispielsweise darüber, dass die beiden neuen großen Fahrzeuge, schwere Lastkraftwagen in weißer Farbe, ihren ersten bedeutenden Einsatz beim Nato-Gipfel in Baden-Baden hatten.



Im Lkw mit der Führungszentrale war der Dreh- und Angelpunkt - soll heißen die Einsatzzentrale für den Funkverkehr - der Hubschrauberstaffel der Landespolizei Baden-Württemberg untergebracht. "Davon durften wir vorher nichts erzählen, weil hohe Geheimhaltungsstufe angesagt war", meinte Dörr stolz. Das THW in St. Ingbert ist auf den Funk und alles, was damit zusammenhängt, spezialisiert. Kein Wunder, dass man beim Gipfel genauso zum Einsatz kam, wie beim Papstbesuch in Köln.

Die Fahrzeugschau war jedoch nur einer von zahlreichen Punkten auf dem Programm in der Oststraße. Höhepunkt wie in jedem Jahr war die Übung der Nachwuchsgruppe. Die rund 35 Jugendlichen zeigten mit ihrer Vorführung ihren aktuellen Leistungsstand. Mittels diverser Drei- und Zweibockbünde montierten sie unter der Leitung von Peter Dörr ohne technische Hilfsmittel - wie etwa Nägel oder Sonstigem - einen zweifachen Trümmersteg. Ein System, das sich etwa beim Hochwasser bewährt hat. Nur Rundhölzer und Spanngurte kamen dabei zum Einsatz. "Das ist ein Teil der Aufgaben, die den Teilnehmern beim Landesjugendwettbewerb gestellt werden", erklärte Norbert Bentz, der Ortsbeauftragte.

Selbstverständlich gehe es beim Wettkampf um einiges schneller, bestätigte er weiterhin. Am Sonntag wollte man eher die Details zeigen. Der Wettkampf findet übrigens im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung am 13. Juni in Rohrbach statt. Die Sieger dürfen als Vertreter des Saarlandes dann 2010 am Bundeswettbewerb teilnehmen. Vielleicht gelingt es den 35 Jugendlichen aus St. Ingbert sich zu qualifizieren. Keiner strengen Auswahl mussten sich am Sonntagnachmittag die Kinder unterziehen, die an dem "Fotoshooting mit Jürgen" teilnahmen. Unter dem Motto "THW zum Anfassen", konnte sich die Kleinen vor den großen Einsatzfahrzeugen von Jürgen Tschöpe fotografieren lassen. Damit wollte man sich sehr bürgernah zeigen und mehr zum Mitmachen auffordern, bemerkte Pressesprecherin Dörr. Fasziniert waren die Kinder auch vom "Basteln mit Martin". Zugführer Martin Schwartz fertigte maßstabsgetreu die Bockbünde-Übung der THW-Jugend an. Mit Datum hatte das Ganze auch einen schönen Erinnerungswert. So konnte man Groß und Klein zusammenbringen.

Das war auch am Vormittag der Fall. Neben dem traditionellen Gottesdienst wurde erstmalig der gesamte Fuhrpark gesegnet. Allerlei Leckeres bot sich den Besuchern zum Mittagessen aus der THW-Küche an.